Stellungnahmen des NABU-Köln


Worringer Bruch

17.09. 2018:   Veraltetes Hochwasserschutzkonzept bedroht den Worringer Bruch – BUND und NABU fordern mehr natürliche Rückhalteflächen.

Die Stadtentwässerungsbetriebe Köln beabsichtigen das FFH und NATURA 2000 Gebiet Worringer Bruch in einen künstlichen Retentionsraum umzuwandeln. Dazu soll der Worringer Bruch auf einer 620ha großen Fläche eingedeicht werden.

Im Falle eines noch nie dagewesenen Hochwassers von 11,90m am Kölner Pegel, soll dann laut der Planung der Worringer Bruch innerhalb einer Stunde mit 700'000 Kubikmeter Wasser geflutet werden. Über fünf Polder soll eine ca. 2,5m Flutwelle mit einer Geschwindigkeit von mehr als 7 km/h in das Gebiet hereinbrechen.

 

Im Falle dieser Notfallflutung wäre das rheinangrenzende Naturschutzgebiet Worringer Bruch verwüstet. Die Habitate der streng geschützten Arten in dem Gebietsnetz mit hohem Schutzstatus würden durch Öffnen der Polder unmittelbar zerstört. - Diese Art der Flutung steht im Gegensatz zum Schutzgegenstand, Schutzzweck und den Entwicklungszielen der geschützten Gebiete.

 

Die beiden anerkannten Naturschutzverbände NABU und BUND fordern gemeinsam die veraltete Planung zurückzunehmen!

 

Die ursprüngliche Konzeption des Antrages aus dem Jahre 1989, die erfolgten Anpassungen im Jahr 2016 und die nun vorgestellten Änderungen im Jahr 2018 verpassen weiterhin die Chance eine ökologisch geeignete, flächensparende und zukunftsweisende Lösung aufzuzeigen. In der nun vorgestellten Änderung zum Planfeststellungsverfahren wird die im Jahr 2016 beantragte Konzeption verschärft, ohne die stattfindenden Klimaveränderungen zu berücksichtigen.

 

Die 80 Mio. Euro Planung basiert ausschließlich auf historischen Zahlen aus den 90ger Jahren und berücksichtigt nicht das sich ändernde Klima. Bereits heute speisen die verschwindenden Alpengletscher weniger Wasser in den Rhein. In den Mittelgebirgen wird die Wahrscheinlichkeit immer geringer, dass sich dort nennenswerte Schneemengen über den Winter ansammeln. Diese Faktoren machen die Planungen bereits heute obsolet und erfordern die Hochwasserszenarien für Köln und die Region grundsätzlich zu überdenken.

 

Die Planung mit den veralteten Grundlagen zielt auf ein Hochwasserereignis mit einer wiederkehrenden Wahrscheinlichkeit von länger als 200 Jahre ab (HQ200). Eine zukunftsweisende Planung würde demgegenüber auf Hochwasserwiederkehrintervallen mit geringeren Wahrscheinlichkeiten (HQ10) abzielen. Eine nachhaltigere Wirkung hat die Rückgewinnung von natürlichen Rückhalteflächen.

 

Die in der gemeinsamen Stellungnahme der beiden anerkannten Naturschutzverbände vom 31.07.2018 fordern NABU und BUND ein zeitgemäße Alternativplanung vorzulegen, die die Rückgewinnung von natürlichen Rückhalteflächen in den Vordergrund stellt und die Belange des Artenschutzes und die Entwicklungsziele der betroffenen Schutzgebiete berücksichtigt.

 

Download
Stellungnahme der beiden Naturschutzverbände NABU und BUND
180731_K70-10.02_WA_HWS_Rhein_PFA10_RetW
Adobe Acrobat Dokument 95.5 KB

Offener Brief an die Oberbürgermeisterin übergeben

Klimarelevante Grünflächen sollen unantastbares Stadtkulturerbe werden

Oberbürgermeister Konrad Adenauer plante die beiden Kölner Grüngürtel – den Inneren und den Äußeren, sowie verbindende Grünzüge – vor fast hundert Jahren, heute soll Oberbürgermeisterin Henriette Reker ihm nacheifern und sie zum unantastbaren Stadtkulturerbe erklären. Das fordern 22 bisher unabhängig voneinander arbeitende Kölner Grüninitiativen und Vereine erstmals gemeinsam und in Zusammenarbeit mit dem Nabu NRW und dem Deutschen Werkbund NW, in einem offenen Brief, der heute Henriette Reker per Kurier zugestellt wurde.

„Es geht nicht nur um den Schutz einzelner Grünflächen, es geht um das große Ganze“, sagt Barbara Burg, Sprecherin der Bürgerinitiative GRÜNE LUNGE KÖLN und Initiatorin des Offenen Briefes. Tatsächlich seien ALLE Kölner betroffen:
Die Grenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) wurden in vielen Stadtgebieten wiederholt nicht eingehalten, was zu einer Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gegen das Regierungspräsidium Köln geführt hat. Die Zahl der heißen Tage wird in Zukunft zunehmen, was aus einer Untersuchung zur „klimawandelgerechten Metropole Köln“ hervorgeht. Trotz Grüngürtel. Wie wäre es erst ohne?
„Der globale Klimawandel ist zu einer Realität geworden, in der sich Temperaturrekorde und extreme Wetterereignisse häufen. Auch im Ballungsraum Köln muß die grüne Klimaanlage für den Klimawandel stark gemacht werden. Das erfordert den Erhalt und eine zusätzliche Vernetzung der vorhandenen Grüngürtel, der Grünflächen, der Parks, der Kleingartenanlagen, der Alleen mit großkronigen Bäumen, sowie des sonstigen Straßenbegleitgrüns. Nur mit einer nachhaltigen Erweiterung des urbanen Grünsystems können die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts, der Grundwasserhaushalt und die stadtklimatischen Ausgleichsfunktionen für die Zukunft gesichert werden.“ sagt Anna von Mikecz, Sprecherin des NABU NRW für Ökotoxikologie
Ute Becker vom Deutschen Werkbund NW ergänzt: „Initiiert vom damaligen Oberbürgermeister Konrad Adenauer geht die Konzeption der Kölner Grüngürtel auf den genialen Stadtplaner und Werkbund-Mitbegründer Fritz Schumacher zurück. Die Grundzüge der Ausgestaltung wurden von dem sozialreformerischen Kölner Gartendirektor Fritz Encke konzipiert. Diesen großen Persönlichkeiten verdankt Köln sein einmaliges Grünsystem. Sie haben schon frühzeitig die heute unverändert aktuellen Aspekte des Stadtklimas und der sozialen Bedeutung von  ffentlichen Grünanlagen bedacht. Diese Werte gilt es nun zu erhalten.“
Die Kölner sollen zusammenstehen, so wie es gerade die Bürgeriniativen und Vereine tun,
und sich gemeinsam für den Erhalt der klimarelevanten und historischen Kölner Grünflächen einsetzten. Und Henriette Reker soll an Ihrer Seite stehen.
Das wünschen sich
die Erst-Unterzeichner des Offenen Briefes:

NABU NRW
DEUTSCHER WERKBUND NW
NABU KÖLN
ADFC KÖLN e.V.
RADKOMM KÖLN e.V.
NETZWERK URBANES GRÜN
BI GRÜNE LUNGE KÖLN
BI GRÜNE LUNGE RENNBAHN e.V.
BI GRÜNGÜRTEL FÜR ALLE
BIG JUNKERSDORF e.V.
BIG WEIDEN e.V.
BI INNERGRÜN EHRENFELD
BI STOPPT DEN GÜRTEL
BÜRGERVEREIN KÖLN MÜNGERSDORF e.V.
IG KÜNSTLER FÜR BICKENDORF
IMMUN – INITIATIVE MÜNGERSDORF MENSCH-UMWELT-NATUR
NEULAND e.V.
QUERBEET e.V.
NETZWERK BÜRGER für BÄUME
BIBIOS BÄUME IN BICKENDORF OSSENDORF
BIK BAUMSCHUTZ IN KÖLN
RHEWE BAUMSCHUTZ RHEINUFER ENSEN WESTHOVEN
NABIS e.V.
Kontakte für Presserückfragen:
Barbara Burg, Sprecherin der Bürgerinitiative GRÜNE LUNGE KÖLN,barbara.burg@palladium.de,+ 49 (0)160 1448489
Prof. Dr. Anna von Mikecz, Sprecherin des NABU NRW für Ökotoxikologie, anna.vonMikecz@NABU-NRW.de, +49 (0)162 7337763
Ute Becker, Landschaftsarchitektin bdla, Mitglied im Deutschen Werkbund NW landschaftsarchitektur-becker@t-online.de, +49 (0)221 862471

Download
Offener Brief der Stadtgrüninitiativen
Offener Brief _ Stadtgru¨ninitiativen an
Adobe Acrobat Dokument 55.8 KB

Neue Stellungnahme zu den Erweiterungspläne im Äußeren Grüngürtel

Naturschutz-relevante Eingriffe in den regionalen Grünzug Äusserer Grüngürtel Köln am Beispiel des 'Städtebaulichen Planungskonzepts Erweiterung des RheinEnergie Sportparks'

Der NABU spricht sich für den Erhalt der urbanen Biodiversität und im Sinne der Vorbeugung von Folgen des globalen Klimawandels für die Erweiterung der städtischen Grünflächen aus.

Das von Fritz Schumacher und Konrad Adenauer angelegte Grünsystem der Kölner Grüngürtel bildet eine optimale Basis für eine weitergehende Vernetzung der Landschaftsschutz- und Naturschutzgebiete sowie die Stärkung der 'Kölner Lunge'.

Eine weitere Bebauung, Versiegelung und Fragmentierung von städtischen Grünflächen, wie bei dem städtebaulichen Planungskonzept für die Erweiterung des RheinEnergie-Sportparks im Landschaftsschutzgebiet Äusserer Grüngürtel Müngersdorf bis Marienburg vorgesehen, wird dagegen abgelehnt.

Die ausführliche Stellungnahme lesen Sie hier:

Download
1604_stellungnahme_erweiterung_rheinener
Adobe Acrobat Dokument 130.3 KB

Bürgerinitiative: "Grüngürtel für alle“

Unter dem Titel „Erweiterung RheinEnergieSportpark in Köln-Sülz“ läuft ein Änderungsverfahren zur Flächennutzung mit Öffentlichkeitsbeteiligung. Ziel des Verfahrens ist es, in den äußeren Grüngürtel im Bereich zwischen Decksteiner Weiher, Militärringstraße und Gleueler Straße ein neues Leistungszentrum zu errichten. Geplant sind Gebäude und eingezäunte Kunstrasenplätze mit Flutlicht.

Wir setzen uns für den Erhalt des Landschaftsschutzgebiets und Denkmals Äusserer Grüngürtel ein und beteiligen uns an der Erarbeitung einer naturfreundlicheren Lösung für die Erweiterungspläne des 1. FC Köln.

Der NABU-Stadtverband Köln  unterstützt die „Bürgerinitiative: Grüngürtel für alle“  und ruft auf, die Petition zu unterzeichnen.

Unsere Stellungnahme an den Ausschuss für Umwelt und Grün:

Download
160411_RatSK_KV_16-20x_2web.pdf
Adobe Acrobat Dokument 79.1 KB

Ein Beitrag auf WDR 5: Kunstrasen im Grüngürtel?


Stellungnahme des NABU Köln zur Lichtemission am Beispiel der geplanten Außenbeleuchtung des Adenauer Weihers:

Download
Städtebauliches Planungskonzept - Erweiterung des RheinEnergie Sportparks - Stellungnahme
1604_stellungnahme_erweiterung_rheinener
Adobe Acrobat Dokument 130.3 KB

Der NABU Stadtverband Köln hält die Berücksichtigung des Tag- und Nacht Zyklus bei der Stadtplanung, das Entfernen nicht benötigter Außenbeleuchtung und den Schutz vor künstlicher Beleuchtung für einen geeigneten Ansatz, den Artenreichtum und die Lebensräume für Wildtiere in der Stadt Köln zu erhalten und zu fördern (siehe vollständige Stellungnahme).

Der NABU Stadtverband Köln schlägt daher folgende Maßnahmen vor:

  • keine künstliche Außenbeleuchtung in sensiblen Landschaftsschutzgebieten; deshalb keine beleuchtete Laufstrecke im Bereich des Adenauer Weihers;
  • eine Reduzierung der Außenbeleuchtung auf ein erforderliches Minimum im gesamten

    urbanen Raum, insbesondere die Reduktion der Lifestyle Außenbeleuchtung;

  • Beleuchtung von Gebäuden und Monumenten nicht von allen Seiten;
  • Erhalt und Neupflanzung von Baumreihen und Grünstreifen als Flug- und Wanderkorridore für Fledermäuse, Vögel und andere Wildtiere zur Förderung des "gap-crossing", der Vernetzung von Habitaten und damit der Biodiversität im urbanen Raum.

Die ausführliche Stellungnahme des NABU Köln zur Lichtemission am Beispiel der geplanten

Außenbeleuchtung des Adenauer Weihers steht hier als pdf.Datei:

Download
Stellungnahme_NABU_Köln_Außenbeleuchtung
Adobe Acrobat Dokument 56.1 KB