Aktuelles 2. Seite


Aufruf dem NABU Köln Halsbandsittiche zu melden!

Foto: Anne-Marie Kölbach
Foto: Anne-Marie Kölbach

07.11.2018  Fast jede/r Kölner/in* kennt die grüngefiederten, laut kreischenden Halsbandsittiche, die sich allabendlich an einem gemeinsamen Schlafplatz in der Südstadt treffen.

Zuletzt war ein solcher Treffpunkt an der Bayenstraße, Ecke Dreikönigenstraße. Dort wurden sie in der Vergangenheit schon mehrmals verscheucht, haben den Platz aber immer wieder aufgesucht. Dieser Sammel-Schlafplatz erfüllt für die Tiere wichtige Bedingungen. Er liegt an einer gut ausgeleuchteten Straße und bietet Schutz, Wärme und genügend Platz für alle Sittiche.

Derzeit mussten sich die grünen Vögel aufteilen und wieder einige hundert Meter weiter nördlich auf alternative Schlafbäume vor und hinter dem Maritim-Hotel und am Gasthaus „Zum Roten Ochsen“ umziehen. Der genaue Grund für den „Umzug“ ist bislang unklar. Das Aufsuchen eines gemeinsamen Schlafbaumes ist ein Urinstinkt der Tiere, der ihnen Sicherheit gibt. Das Aufteilen der großen Gruppe in mehrere kleine Grüppchen bedeutet Stress für die Sittiche. Sie sind deutlich unruhiger, da dies nicht ihrem natürlichen Verhalten entspricht.

Der NABU Köln möchte Informationen zum veränderten Verhalten der Halsbandsittiche sammeln und ist dabei auf die Mithilfe der Kölner/innen* angewiesen.

 Dabei geht es sowohl, um Sammel- und eventuelle neue Schlafbäume, als auch um die Flugrouten der Tiere. Schreiben Sie uns doch bitte Datum, Zeit und genauen Ort (Straße und am besten die Himmelsrichtung, beispielsweise vom Hauptbahnhof Richtung Süden…) und die Anzahl der Tiere auf. Mit den Ergebnissen soll eine Übersicht über den genauen Verbreitungsraum innerhalb Kölns und das geänderte Verhalten der Halsbandsittiche gewonnen werden.

Wir bitten Sie, uns Sichtungen von 5 oder mehr Tieren per Mail an Jana Romero mitzuteilen.


Naturtrainer*innen

15.10.2018:  Bereits zum dritten Mal in Folge bildet der NABU Landesverband Nordrhein-Westfalen Naturtrainerinnen und Naturtrainer aus. Ziel ist es, die Natur- und Umweltbildung in Kitas durch ehrenamtliches Engagement von Menschen in der nachberuflichen Phase zu fördern in manchen Fällen tatsächlich erstmals zu ermöglichen. In insgesamt zehn Ausbildungsworkshops lernen die angehenden Naturtrainerinnen und Naturtrainer wie naturbezogene Inhalte kindgerecht vermittelt werden können.

Ab Anfang November 2018 starten nun die neuen Schulungen: Über zwölf Monate werden die angehenden Naturtrainerinnen und Naturtrainer schrittweise an kindgerechte Arten der Wissensvermittlung in der Natur herangeführt. Bereits nach dem dritten Workshop suchen die Teilnehmenden sich ihre eigene Kita und entwickeln eigenständig Spiele und Projekte, die sie gemeinsam mit den Kindern durchführen. Zum Ende der Ausbildung erarbeiten die Naturtrainer ein eigenes Projekt und erhalten nach erfolgreicher Teilnahme an den Workshops eine Zertifizierung.

Die Teilnahme an den zehn Workshops ist kostenfrei. Interessierte aus dem weiteren Umfeld der Stadt Köln können sich ebenfalls bewerben. Vorkenntnisse im Natur- und Umweltschutz sind nicht erforderlich. Wer sich für diese Ausbildung bewerben möchte, richte seine Kurzbewerbung mit Lebenslauf und Anschreiben, weshalb er/sie ehrenamtliche/r Naturtrainerin/Naturtrainer werden will, bitte bis zum 26. Oktober 2018 an Frau Claudia Trunk mit dem Betreff „Naturtrainer in NRW“.

Mehr zum Projekt unter http://NABU-NRW.de/naturtrainer.

Für Bewerbungen:  Claudia Trunk, nc-kortzac@netcologne.de   

Für Rückfragen:  Michael Schoch, Projektleitung „Naturtrainer in NRW“, mobil: 0177 83 43 153


Aktion Mensch-Projekt

04.10.2018:  Mit dem von der Aktion Mensch geförderten Projekt: „Keine Angst vor wilden Bienen – Praktischer Insektenschutz mit Kölner Kindern am Beispiel einer Insektennistwand“ will der NABU das Thema Insektensterben und Insektenschutz den Kindern näher bringen. Nach mehreren Treffen, wo den Kindern die Lebensweise und der Körperbau von Insekten und speziell Wildbienen vermittelt wurde, konnte dann an einem sonnigen Tag der praktische Teil – der Befüllung der Nisthilfe auf einer Obstwiese – folgen. Diese Wand steht auf der NABU-Streuobstwiese in Langel / Worringen, die für Insekten reichhaltige Nahrung durch Pollen und Nektar bietet. Die Kinder der Förderschule Auguststraße reisten an einem sonnigen Tag aus Nippes an - nach einer kleinen Einführung in das Thema und einer Stärkung mit Honigbrot fingen die Kinderan mit bloßen Händen an Lehm, Sand & Wasser zu vermengen. Damit befüllten sie vorgefertigte Holzkästen, die in die Insektenwand eingelassen werden. Wir hoffen, dass sich hier in den nächsten Jahren Wildbienen und andere Insekten einen Brutplatz suchen.


Fütterung von Eichhörnchen

Foto: Anne-Marie Kölbach
Foto: Anne-Marie Kölbach

 02.10.2018:   Wegen des heißen und trockenen Sommers, fielen die Früchte vieler Bäume nur sehr klein und verkrümmt aus und es stellte sich die Frage, ob und wenn ja, was man Eichhörnchen zufüttern sollte. 

Auch so finden Eichhörnchen in Städten nur selten die ausgewogene Zusammensetzung des Baumbestandes den sie benötigen, um sich das ganze Jahr über mit ausreichender Nahrungsvielfalt zu versorgen. Auch die für den Winter angelegten Vorräte sind oft nicht zugänglich. Aus diesen Gründen ist eine Zufütterung der Eichhörnchen von Beginn der Vorratssuche im Herbst bis hin zum Hochsommer gerechtfertigt. 

Für den Inhalt einer geeigneten Eichhörnchen Futtermischung gibt es eine Menge Optionen. Walnüsse, Haselnüsse, Bucheckern, Hainbuchensamen, Sonnenblumenkerne, Maiskörner, Maronen, Rosinen, Weintrauben, Äpfel, Birnen, Möhren, Grüne Gurke, Zucchini und Broccoli können in einer Mischung ihren Platz finden. Als besondere Leckerbissen noch Zirbelnüsse oder Pinienkerne, oder an heißen Sommertagen auch Wassermelone. Bei Maronen ist besonders auf Schimmelbefall zu achten. Auf exotische Nüsse, die sich nicht im natürlichen Nahrungsangebot wiederfinden, können die Tiere auch verzichten. 

Wichtig bei der Fütterung ist es nicht ausschließlich Weichfutter zu verfüttern. Eichhörnchen benötigen die harte Schale von Nüssen und Kernen mit Schale zum abnutzen ihrer ständig nachwachsenden Nagezähne. Ideal ist es, in der Nähe der Futterstelle noch eine flache Schale mit Wasser bereitzustellen. Das Wasser muss jedoch täglich gewechselt werden. 

Futter- und auch die Wasserstelle sollten nicht direkt am Boden, sondern an erhöhter Stelle platziert werden und nahe dem nächsten Baum gelegen sein. Am besten ist ein Futterhäuschen oder Futterbrett in der Nähe von Astgabeln, dicken Ästen oder direkt am Stamm eines Baumes.

Text: Tobias Holtgräwe, Foto: Anne-Maie Kölbach


Den Garten winterfest machen

Bild: NABU/Andreas Bobanac
Bild: NABU/Andreas Bobanac

Der Herbst ist nah und nicht nur wir bereiten uns auf den Winter vor. Auch die Tiere in unserem Garten suchen jetzt ein lauschiges Plätzchen. Wer den Garten naturnah gestaltet und bearbeitet, spart sich nicht nur jede Menge Arbeit, sondern tut auch noch etwas für Igel, Insekten und Co.Wir geben Tipps zur Gartenpflege vor dem Winter. Damit kann sich jeder auch im kommenden Frühjahr über einen lebendigen Garten freuen. 

 

Im Herbst fällt das Laub und im Garten fällt jede Menge Arbeit an. Lästiges Laubharken und Entsorgen von Strauchschnitt stimmt so manchen Gärtner und so manche Gärtnerin missmutig. Dabei kann man sich diese Arbeit beinahe sparen und so noch etwas Gutes für Kleintiere wie den Igel tun. Ein stattlicher Laubhaufen in einer Gartenecke, ein Haufen Reisig oder Holz sind perfekte Winterquartiere für den Winterschläfer. Auf den Laubsauger sollte man dabei allerdings unbedingt verzichten, denn er ist nicht nur laut, sondern gefährdet durch den starken Luftstrom auch unzählige Kleintiere in der Boden- und Krautschicht. Wer dem Igel zudem das Leben zusätzlich leicht machen möchte sorgt für reichlich Nahrung im Herbst. Fallobst, Kompost und etwas Wildnis in den ungenutzten Ecken des Gartens bieten dem Insektenfresser einen reich gedeckten Tisch, um sich ein dickes Polster anzufressen. Wer mag, darf auch gern ein Igelhaus für die Tiere zimmern.


Zertifizierung von Naturtrainer*innen

Foto: Annette Kalde
Foto: Annette Kalde

02.09.2018: Am 21. Juni 2018 fand zum zweiten Mal eine Zertifizierung von Naturtrainer*innen in Düsseldorf statt: Gemeinsam überreichten die nordrhein-westfälische Umweltministerin Ursula Heinen-Esser und der NABU-Landesvorsitzende Josef Tumbrinck 50 Naturtrainer*innen ihre Abschlussurkunden.

Die Naturtrainer*innen waren in den Regionen Köln, Essen, Münsterland, Herford und Paderborn/Lippe in zwölf Workshops ausgebildet worden.  Finanziert wurde die Ausbildung durch das nordrhein-westfälische Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz. Projektleiter war Michael Schoch, Projektassistenz Annette Kalde. Am Seminarort Köln plante und leitete Claudia Trunk die Workshops und bildete acht Naturtrainer*innen aus.

Während der 16monatigen Ausbildungszeit konnten sich die angehenden Naturtrainer*innen neues Wissen über Tiere und Pflanzen aneignen, ihre Artenkenntnisse vertiefen und ökologische Zusammenhänge kennenlernen. Gleichzeitig bewarben sie sich bei Kindergarteneinrichtungen ihrer Wahl und wurden schon bald dort tätig. Vor Ort brachten sie das Gelernte gefiltert und aufbereitet den Kleinsten nahe, wobei sie auf Methoden, die sie in der Ausbildung kennengelernt hatten, zugreifen konnten.

Wie die Umweltministerin bei der feierlichen Verleihung der Zertifikate hervorhob, helfen Naturtrainer*innen auf diese Weise dabei mit, dass bereits die Jüngsten eine positive Beziehung zur Natur entwickeln können. Doch auch ein weiterer Aspekt – die generationsübergreifende Vermittlung von Informationen zur Natur – verdient es, hervorgehoben zu werden: Schließlich wachsen heute viele Kinder nicht mehr in der Nähe ihrer Großeltern auf und können daher nicht mit diesen zusammen die Umwelt spielerisch erkunden.

Aufgrund seiner guten Erfolge wird das Projekt ein weiteres Jahr lang durch das Ministerium gefördert. Die neue Ausbildungsrunde wird in diesem Herbst beginnen. Interessierte werden gebeten, sich in der Kölner NABU-Geschäftsstelle zu melden.

Wir gratulieren den frisch zertifizierten Naturtrainer*innen und wünschen ihnen für die Zukunft viel Erfolg bei der Umsetzung des Projektes und nie nachlassende Freude bei der Arbeit mit den Kindern!

Text: Claudia Trunk


Ebertplatz anders erleben

Der NABU Stadtverband Köln hat am dritten Tag der Aktion „Ebertplatz anders erleben“ teilgenommen. Die von der Alten Feuerwache und den Stadtteilen Agnesviertel und Eigelstein initiierte Aktion zielte darauf ab, Vorschläge zu sammeln, wie der Ebertplatz attraktiver für die Anwohner gestaltet werden kann.

 

Am Dienstag, den 19. Juni ging es um die Natur am Ebertplatz. Am NABU-Stand, den Lilia Jantzen, Hannes Dittberner und Claudia Trunk betreuten, konnte man sich über das Kölner Wiesenprojekt informieren. Hierzu waren in den Tagen zuvor auf der Wiese am Aachener Weiher Blüten gepflückt und in Blumenpressen getrocknet worden. Am Aktionstag wurden dann aus den getrockneten Blüten und Salzteig Mobile hergestellt, die bei Erwachsenen und Kindern gleichermaßen Anklang fanden. Des weiteren wurde ein Vogelstimmenquiz angeboten. Auch das leibliche Wohl kam nicht zu kurz: Bei leckerem Schokoladenkuchen informierte der NABU Köln über weitere aktuelle Projekte.

 Text: Lilia Jantzen und Claudia Trunk


Schwalbenfreundliche Häuser ausgezeichnet

Vier Familien und eine KiTa haben sich für die Auszeichnung als „Schwalbenfreundliches Haus“ beworben. Alle Bewerber haben es den Schwalben ermöglicht, an ihren Häusern Nester zu bauen und regelmäßig zwei erfolgreiche Bruten pro Jahr durchzuführen.

Horst Bertram und unsere Praktikantin Lilia Janßen haben somit am 12. Juni viermal die vom NABU Bundesverband erstellten Urkunden und Plaketten überreichen können, die fünfte Auszeichnung erfolgt Anfang Juli. 

Fam. Störig wohnt im Stadtteil Weiß in der Nähe des Rheins. Bei ihnen brüten regelmäßig zwei Mehlschwalbenpaare in eng benachbarten Nestern. Ihr Hausdach hat einen ausreichenden Dachüberstand, und am nahegelegenen Rhein finden die Mehlschwalben ein gutes Nahrungsangebot.

Die Familie Kleinschmidt hat als einziger Landwirt in Köln noch einen Bauernhof in zentralen Lage im Stadtteil Poll. Die Fam. Kleinschmidt wurde ausgezeichnet, da sie in ihren Tierställen den Rauchschwalben Nistmöglichkeiten bietet. Rauchschwalben nisten nahezu nur in Tierställen, daher sind in Köln nur wenige Brutpaare vorhanden.

Eine große Mehlschwalbenkolonie befindet sich in einem Neubaugebiet in Lövenich. Wir wurden von Frau Schotten auf die Mehlschwalbenpopulation, aber auch auf die mit Mehlschwalbennestern an Häusern verbundenen Probleme aufmerksam gemacht. Die Bauweise der vor neun Jahren gebauten Häuser bietet Mehlschwalben ideale Nistmöglichkeiten. Da beim Nestbau und der Aufzucht des Schwalbennachwuchses eine leichte Verschmutzung der Hausfassade zu erwarten ist, haben viele Hausbewohner die möglichen Niststellen der Mehlschwalben mit Gittern versperrt. Andere Hausbewohner haben erfreulicherweise den Mehlschwalben den Nestbau ermöglicht und zB. durch Anbringen von Kotbrettchen die Verschmutzung der Hausfassade verringert.

Die Fam. Ritz wurde mit der Urkunde und der Plakette ausgezeichnet, da sie den Mehlschwalben das Nisten an ihrem Haus gestattet und sich auch in der Nachbarschaft für die Mehlschwalben einsetzt.

In der Siedlung wurde auch eine Kindertagesstätte errichtet. Dort wird der Natur und Umwelt in der Kindererziehung große Beachtung geschenkt, die Kinder werden über „ihre“ Mehlschwalben gut informiert. Über die Kinder und ihre Eltern ist die KiTa ein wichtiger Multiplikator in der Natur-und Umweltbildung. Die Erzieherinnen und die Leitung der KiTa haben sich sehr über die Anerkennung ihrer Arbeit gefreut, die mit der Überreichung der Urkunde und der Plakette gewürdigt wurde.

Bilder und Text: Horst Bertram

Info zur Ansiedlung von Schwalben finden sie hier


Mitgliederversammlung und neuer Vorstand

Foto v. links: Josef Tumbrinck - NABU-Landesvorsitzender;  Achim Kemper; Martin Verfürth; Claudia Trunk; Jakob Risch; Horst Bertram; Erhard Benfer; Daniel Brückner - NABU-Landesvorstand.
Foto v. links: Josef Tumbrinck - NABU-Landesvorsitzender; Achim Kemper; Martin Verfürth; Claudia Trunk; Jakob Risch; Horst Bertram; Erhard Benfer; Daniel Brückner - NABU-Landesvorstand.

Über 50 NABU-Mitglieder kamen am Sonntag, 11. März 2018 um 14.00 Uhr zur Mitgliederversammlung in Finkens Garten. Als Vertreter des NABU-NRW-Landesvorstandes konnten wir unseren Vorsitzenden Josef Tumbrinck und Daniel Brückner begrüßen.

Eingeleitet wurde die Versammlung von einem kurzen Vortrag unseres Mitgliedes Martin Herbst, der seinen Hortus-Garten vorgestellt hat. Wer darüber mehr erfahren möchte, findet das unter http://www.garten-der-gruenspechte.de/

Anschließend berichteten der Vorstand, unsere Geschäftsführerin und die Arbeitskreise über ihre Arbeiten im Jahr 2017. Nach den Berichten des Schatzmeisters und der Kassenprüfer wurde der Vorstand neu gewählt. Zwei Vorstandsmitglieder, unser Schatzmeister Axel Goldmann und unsere Schriftführerin Susanne Roer, haben sich nach dem Ende der 3-jährigen Amtszeit entschieden, nicht wieder für eine Vorstandstätigkeit zu kandidieren. Ihnen wurde sehr herzlich für ihre engagierte Vorstandsarbeit gedankt. Die mit der Verlegung der Geschäftsstelle von Bocklemünd in die Alteburger Str. sowie mit der Arbeitsaufnahme unserer Geschäftsführerin Birgit Röttering verbundene Ausweitung und Intensivierung der NABU Köln-Arbeiten wurden von Herrn Goldmann und Frau Roer im hohen Maße mitgestaltet. Die Versammlung dankte den beiden mit einem herzlichen Applaus und vom Vorstand wurde ein kleines Geschenk überreicht.

Die Vorstandswahl wurde von Josef Tumbrinck geleitet. Für die Wahlgänge zum Vorsitzenden, stellvertretenden Vorsitzenden, Schatzmeister und Schriftführer sowie zwei Referentenstellen kandidierte jeweils nur eine Person; die Kandidaten wurden mit großer Mehrheit in ihre Ämter gewählt.

Den neuen Vorstand bilden Horst Bertram - 1. Vorsitzender; Claudia Trunk - Stellv. Vorsitzende; Erhard Benfer – Schatzmeister; Jakob Risch - Schriftführer; Achim Kemper - Referent für Öffentlichkeitsarbeit; Martin Verfürth - Referent für Jugend und Schule.

Zum Ende der Versammlung hat Josef Tumbrinck die Mitglieder des NABU Köln aufgefordert, in ihrem Engagement nicht nachzulassen und eine profilierte, wirksame Naturschutzarbeit zu leisten.

Anschließend bestand bei Kaffee und Kuchen noch die Möglichkeit für weitere Gespräche.

Text: Horst Bertram


Nachruf Bodo Tschirner

Unser langjähriges Mitglied Bodo Tschirner ist gestorben. Wir verlieren einen engagierten Naturschützer, der jahrzehntelang ehrenamtlich im NABU Köln, im Naturschutzbeirat der Stadt Köln und als Kommunalpolitiker in seinem Bezirk Chorweiler die Interessen von Menschen und Natur vertreten hat.

Bodo Tschirner war Umweltschutzpreisträger der Stadt Köln und wurde für seine Passion, aktiv eigene Pflege- und Entwicklungskonzepte im Bereich des "Nüssenberger Busches" umzusetzen, ausgezeichnet. Schön früh erkannte die Landesanstalt für Ökologie seine weitreichenden Fähigkeiten in puncto "Natur- und Landschaftsschutz" und bestellte ihn zum Vetrauensmann.

Im NABU Köln und im Naturschutzbeirat der war er lange Jahre als stellvertretender Vorsitzender tätig. Bodo Tschirner hat weitsichtig die Bedeutung der Naturschutzgebiete in Köln erkannt und in seinem Stadtbezirk deren Entwicklung gefördert. Viele seiner fachlichen Hinweise zu den schützenswerten Arealen fanden Aufnahme in die textliche Fassung des Kölner Landschaftsplanes. Er liebte den fachlichen Diskurs, war offen für den fachlichen Dissens, ging im Naturschutz gerne innovative Wege mit. Selbst in Krisensituationen bewährte sich Bodo Tschirner als umsichtig und sehr sozial handelnder Mensch.

Seine fundierten Kenntnisse und seine Überzeugungskraft haben es ihm ermöglicht, Unterstützer und Partnerschaften für seine Naturschutzinitiativen zu finden und mit seiner Begeisterung andere Menschen für die Naturschutzarbeit zu gewinnen.

Der NABU Köln trauert um einen verdienten und hoch respektierten Naturfreund. 

Text: Achim Kemper und Horst Bertram.


Blaumeisen gegen Miniermotten

Angeregt durch eine Nachbarschafts-Initiative um den Johannes-Giesberts-Park und in Absprache mit der Stadt Köln ist der NABU Köln aktiv geworden und hat 11 Nistkästen angebracht. Die Idee dahinter ist die Hilfe für die Kastanienbäume, die schwer unter der Miniermotte leiden. Blaumeisen sollen diese Motten besonders gerne fressen. Deshalb ist die überwiegende Zahl der Nistkästen für Blaumeisen gedacht. Die Initiative wird auch die Kosten und die Reinigung für die Nistkästen übernehmen, war aber dankbar für die aktive Unterstützung durch den NABU Köln.

Text: Christina Wohlfahrt, Bilder: Jürgen Schramm u. Christina Wohlfahrt


Pflegearbeiten in der Kiesgrube Wahn

Die Kiesgrube in Wahn ist ein kleines Naturschutzgebiet mit einer Grubensole, deren abwechselnd feuchten und trockenen Sandböden durch eine regelmäßige Pflege frei von Büschen und aufwachsenden Birken und Pappeln gehalten wird. Die Pflegearbeiten führen das Grünflächenamt und der NABU Köln gemeinsam durch. Zum Schutz der dort wachsenden Pflanzen, der Amphibien in den Kleingewässern sowie der in den Randbereichen brütenden Vögel besteht ein Betretungsverbot, die Kiesgrube ist komplett eingezäunt.

Eine Besonderheit dieses Naturschutzgebietes ist eine optimal von der Sonne beschienene Steilwand, die aus lockeren Sand- und Kieselschichten gebildet wird.

Dieser Bereich bietet vielen Insekten sowie auch Vögeln, die ihre Brutröhren in sandige Steilwände bauen, einen in Köln seltenen Lebensraum.

Auch dieser Bereich der Kiesgrube muss regelmäßig freigestellt werden. Am Aschermittwoch haben sechs NABU-Mitglieder die aufgewachsenen Brombeeren und Robinien ausgezogen oder zurückgeschnitten; eine Arbeit, bei der uns die Dornen einige Kratzer zugefügt haben.

Vor einige Jahren haben Uferschwalben in der Steilwand gebrütet. Wir hoffen, die weit sichtbare, vegetationsfreie Steilwand wird bald wieder von den Uferschwalben entdeckt werden.

Text und Bilder: Horst Bertram


Insektenquiz: Was fliegt denn da?

Viele sorgen sich um das Fortbleiben der Insekten - doch wer kennt sie wirklich?
Fülle die Namen der abgebildeten Insekten in die nebenstehenden Felder, übertrage die markierten Buchstaben unten in das Lösungsfeld und rätsel mit!


Unter den richtigen Einsendungen verlosen wir drei Bestimmungsbücher vom Kosmos-Verlag.
Einsendeschluss ist der 01. März 2018.
Viel Glück!

 

Mit einem Klick auf das Quizformular wird es größer!

Schicke die Antwort an: gs@nabu-koeln.de


„Ehrenamtliche Schutzgebietsbetreuung in NRW“

Um den Naturschutz in der Region zu stärken und die Vielfalt und Schönheit der Natur zu erhalten, bietet die NABU Naturschutzstation Leverkusen - Köln im Rahmen des Projekts „Ehrenamtliche Schutzgebietsbetreuung in NRW“ eine Ehrenamtsausbildung an.

Wenn Ihnen der Naturschutz vor der Haustür am Herzen liegt und Sie sich regelmäßig aktiv mit einbringen möchten, nehmen Sie an der Ausbildung zum/r ehrenamtlichen Schutzgebietsbetreuer/in teil. Weitere Infos dazu hier im Download:

Download
Infoblatt Schutzgebietsbetreuung.pdf
Adobe Acrobat Dokument 1.6 MB

BAU EINES ERLEBNISPFADES AN DER AKTIVEN SCHULE KÖLN

Die Azubis der REWE Group konnten mit der Unterstützung des NABU-Köln einige Projekte umsetzten: Projekt 1

Bau eines Barfußpfades und

Bau von Vogelhäusern.

Ziel dieser Projekte war, gemeinsam mit Kindern das Thema Nachhaltigkeit und soziales Engagement umzusetzen. Dies bestand darin den Kindern einen schönen, aufregenden Tag zu bereiten und dabei wichtiges Wissen spielerisch zu vermitteln.

 

Projekt 1: Verschönerung des Außengeländes an der Aktiven Schule in Köln durch den Bau eines Barfußpfades.

Zunächst wurde im Baumarkt das Material besorgt, anschließend sammelten Azubis und Kindern gemeinsam Tannenzapfen, Steine, Stöcke u.ä. in der Umgebung der Schule.

Darauf folgend begann auch schon der Bau des Pfades. Das Endergebnis kann sich sehen lassen! Innerhalb eines Tages wurde aus einer öden Grünfläche ein aufregender Erlebnispfad.  

Bau von Vogelhäusern

Projekt 2: Ein gemeinsamer Tag mit den REWElinos und der Bau von Vogelhäusern für Halbhöhlenbrüter zB.: Hausrotschwanz, Grauschnäpper, Zaunkönig.
Die Vogelhäuser wurden von den Azubis der REWE Group zugeschnitten und vorbereitet, damit sie im Garten der Kita aufgehängt werden konnten.

Anschließend wurden Futternäpfe für die Vogelhäuser gemeinsam mit der Kindergartengruppe gestaltet und mit Farbe bemalt.

Text und Bilder: Charlotte Struck


Frische Luft für Köln

Aufruf zur Demonstration

Kurzfristig und aus aktuellem Anlass rufen Kölner Umweltverbände, Grün- und Radinitiativen zu der Demonstration „Frische Luft für Köln“ im Anschluss an den Aktionstag „Ring frei“ auf. Die Demonstration startet am Samstag, den 16.09.2017 um 16:00 Uhr am Rudolfplatz und endet um 18:00 Uhr mit einer Kundgebung am Chlodwigplatz.

Köln leidet unter der höchsten Stickoxidbelastung in ganz NRW. Aktuell formulieren es die Verwaltungsgerichte: Auch Stadtbewohner haben ein Recht auf saubere Luft. Das Anrecht auf eine unversehrte Gesundheit hat Vorrang vor allen anderen Interessenlagen! Die Umwelt- und Verkehrsinitiativen fordern die Stadt Köln daher auf, endlich zu handeln und eine nachhaltige Stärkung des Radverkehrs und des ÖPNV umzusetzen, sowie eine Reduzierung des Autoverkehrs in der Kölner Innenstadt zu verfolgen. Weitere zentrale Aufgaben zur Reinhaltung der Luft sind der Schutz, die Pflege und die Erweiterung des visionären Kölner Grünsystems aus den 1920er Jahren. Es ist die ideale Voraussetzung für eine nachhaltige Stadtentwicklung.

NABU, BUND, ADFC Köln, RADKOMM, AGORA, die Bürgerinitiativen "Grüne Lunge Köln", „ innergrün Ehrenfeld", "Grüngürtel für Alle", "Innerer Grüngürtel am Eifelwall (BIGE)“ die Vereine "NaBiS" und "wie leben wir“, sowie die Umweltgewerkschaft Köln/Leverkusen rufen alle Kölner Bürgerinnen und Bürger dazu auf, gemeinsam für eine verbesserte Lebensqualität in Köln zu demonstrieren.


Vogelstimmen in der Stadt.

Vom 07. - 10. September verwandelt die Künstlerin Sophia Bauer zusammen mit StrzeleckiBooks das King-Georg Büdchen am Ebertplatz zu einem Vogelhäuschen. Von dort aus werden Vogelstimmen in unterschiedlichsten Formen in die Stadt getragen, ob als musikalische Interpretation, wissenschaftlicher Vortrag oder beim Vogelstimmen-Karaoke.

 

Diese Intervention im öffentlichen Raum ist angelehnt an ihr Buch „26 Vogelstimmen“, das im April diesen Jahres bei StrzeleckiBooks erschienen ist. Darin hat Sophia Bauer die Stimmen von 26 Vögeln gesammelt hat, die seit 1950 nicht mehr in Deutschland beheimatet sind.

 

Bei der Installation eines Vogelstimmen-Karaoke, kann jeder Passant die verloren gegangenen Rufe aus dem Buch wieder in die Geräuschlandschaft tragen (Samstag und Sonntag). Außerdem verwandelt am Donnerstag Abend der Free Jazz-Musiker Jonas Engel die nicht mehr hörbaren Laute in künstlerische Töne und schickt sie durch das Saxophon auf die Straße. Am Freitag erklärt der Kölner Vogelstimmen-Experte Achim Kemper (NABU) wie man Vögel hören und imitieren kann.


NABU-Landesvertreterversammlung in Köln

Am vergangenen Sonntag waren rund 200

Delegierte aus 52 nordrhein-westfälischen NABU-Kreis- und Stadtverbänden zur jährlichen Landesvertreterversammlung geladen. Für den NABU Stadtverband Köln war diese LVV dabei etwas ganz Besonders, fand sie doch dieses Jahr zum ersten Mal in Köln statt. Für die zentrale Veranstaltung des NABU NRW konnte das Maternushaus in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs gewonnen werden.

Bereits am Vorabend der Veranstaltung wurde den Gästen aus NRW ein buntes Programm geboten, in deren Verlauf auf zwei Führungen durch Köln auch aktuelle NABU-Projekte vorgestellt wurden. Am Sonntag wurde nach kurzen Grußworten durch den NABU-Landesvorsitzenden Josef Tumbrinck, Bürgermeister Andreas Wolter, den Vorsitzenden des Kölner Vorstandsteams, Horst Bertram und den Direktor des Kölner Zoos, Theo Pagel, das 80.000ste NABU-Mitglied in NRW begrüßt werden. Anschließend wurde Dr. Albrecht Priebe für sein langjähriges Engangement im Naturschutz und in der Wahner Heide mit der Silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Im weiteren Verlauf der Versammlung informierte der EU-Agrarexperte Konstantin Kreiser vom NABU Bundesverband über aktuelle Entwicklungen im Bereich der EU-Agrarpolitik und stellte die NABU-Strategie vor, mit denen auf einen ökologischen Umbau der Agrarzahlungen aus Brüssel hingearbeitet wird. Im anschließenden organisatorischen Teil wurde der Landesvorsitzende Josef Tumbrinck sowie der NABU-Landesvorstand einstimmig wiedergewählt. Daneben stand unter anderem die Wahl der Delegierten für die NABU Bundesvertreterversammlung an.

Während der Veranstaltung informierte der NABU Stadtverband die vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einem Infostand im Foyer des Maternushauses über Projekte und Aktivitäten in Köln. Am Ende stand nach vielen positiven Rückmeldungen fest: die LVV in Köln war ein schöner Erfolg, der allen Teilnehmern gut gefallen hat.

Text. Volker & Birgit

Bilder: Birgit Königs


Libellen

Mit dem Sommer beginnt die Zeit der Libellen. Ihre Lebenszeit als Insekten-jagender Flugkünstler beträgt nur wenige Wochen, nach der Paarung und Eiablage der weiblichen Libellen endet ihre Lebenszeit. Der wichtigste Lebensraum für Libellen sind kleine stehende Gewässer mit einer Röhrichtzone, wie sie in vielen Gartenteichen vorhanden ist. In den Teichen wachsen die Libellenlarven heran, deren Entwicklungszeit bis zu sieben Jahre beträgt; ihre Nahrung besteht aus Würmern, Schnecken, kleinen Krebsen und anderen Insektenlarven. In den frühen Morgenstunden kann jetzt beobachtet werden, wie die fertig entwickelten Libellenlarven an Pflanzenstängeln emporklettern und sich in wenigen Stunden in Libellen verwandeln. Wenn die Flügel aufgespannt sind und die Chitinhaut der Libellen trocken und hart geworden ist, startet die Libelle zu ihrem ersten Flug, die leere Larvenhülle bleibt am Stängel zurück. Auf dem Foto ist ein Gartenteich zu sehen, der häufig von den Libellenarten blau-grüne Mosaikjungfer, Hufeisen-Azurjungfer und der großen Pechlibelle besucht wird. Die Libellenlarven leben dort zusammen mit den Larven (Kaulquappen) von Grasfröschen sowie Molchlarven; diese Larven sind eine bevorzugte Beute der großen Libellenlarven; junge, kleine Libellenlarven werden wiederum zur Beute von den räuberischen adulten Molchen. Als Wasserpflanzen wachsen am Teichrand Pfeilblatt, Schwertlilie und Sumpfdotterblume, im Hintergrund befindet sich ein Saum aus Gilbweiderich.

 

Die geschlüpften Libellen sind oft in der Nähe des Gartenteiches zu sehen. Viele kleine Libellenarten bilden zur Paarung und Eiablage das bekannte Paarungsrad, bei dem das Männchen mit seinem Hinterleib das Weibchen zwischen seinem Kopf und dem ersten Körpersegment umfasst.

 

In Deutschland leben ca. 80 Libellenarten. Wie bei fast allen Insektenarten ist auch ihr Bestand rückläufig. Mit dem Erhalt von Kleingewässern können wir einen wichtigen Beitrag für den Fortbestand von Libellen und Amphibien leisten.

Text und Bilder: Horst Bertram


Zwischenergebnisse der Stunde der Gartenvögel

Der NABU und sein bayerischer Partner LBV freuen sich über eine rege Beteiligung bei der 13. Stunde der Gartenvögel. Bis Montagabend haben bereits 36.000 Vogelfreunde aus 24.000 Gärten und Parks mehr als 850.000 Vögel gemeldet. Noch bis zum 22. Mai können Vogelsichtungen übermittelt werden. (Das online Meldeformular auf Seite Veranstaltungen)

Insgesamt zeigt das Zwischenergebnis, dass man von den Zahlen eines Jahres nicht sofort auf langjährige Bestandsentwicklungen schließen kann. Mauersegler und Mehlschwalbe, die über Jahre stark abgenommen hatten, trotzen dem bisherigen Trend und wurden häufiger gesehen als im Vorjahr. Der Mauersegler verzeichnet einen Zuwachs aktuell um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Köln steht der Mauersegler sogar an 1. Stelle. Es wurden bislang 613 Mauersegler gemeldet, was ein Zuwachs von 14% zum Vorjahr bedeutet.

Hier die Ergebnisse der Stadt Köln:



Obstbaumschnitt auf der Streuobstwiese Langel

Was führen elf NABUs im Schilde, die sich mitten im Winter mit Astscheren, Sägen, Teleskopstangen und Holmleitern bewaffnen? Na klar, es geht um Obstbaumschnitt (Wer hat hier Sterngucken gesagt?)! Was den Schafen im Frühjahr droht, bleibt den Bäumen im Winter nicht erspart:

Die Schur bzw. der Schnitt so manchen Astes, der seine Last getragen hat und nun neuen Astgenerationen weichen muss (nein, nicht die Leitäste!).

Und so traf man sich am 18.02. an einem entlegenen Ort weit draußen vor den Toren der Stadt, wo der eisige Winterwind erbarmungslos über die Ebene pfeift und man bei Minusgraden in seine dicke Multifunktionsjacke hineinbibbbert… – halt, von wegen! Doch nicht beim NABU-Streuobstwiesenobstbaumschnittkurs (Name offiziell geschützt)! Für unsere Mitglieder hatten wir natürlich vorab schönstes Vorfrühlingswetter mit Sonnenschein und angenehmen 10°C bestellt, und das wurde dann auch prompt geliefert. Und so standen wir mit Frühlingsgefühlen im Bauch und einem tatendurstigen Kribbeln in den Händen um ein kleines Apfelbäumchen versammelt und lauschten konzentriert der Einführung unseres Chefbotanikers und Streuobstwiesenfachmanns Hubert Sumser, der schon bald von fehlenden Ameisenbulten sprach, von Ausgleichsflächen voll hingestellter und vernachlässigter Obstbäume, bald von wundersamen Aufsetzern und Wassertrieben, von Quirlen und von Kronen, von 120°-Äpfeln und 90°-Birnen (nein, das ist keine neue EU-Obstverordnung!).

Und so wurde bald auch dem Letzten klar: Das wird hier richtig ernst! Und dann wurden auch schon die ersten Schnitte getan: unter großem Gemurmel und fragenden Blicken fielen dem Anschauungsbäumchen Ästchen um Ästchen ab, bis das arme Geschöpf nur noch aus Haupttrieb, Leittrieben und überhaupt Trieben jeglicher Funktion zu bestehen schien. Der Meister sah’s, und war zufrieden.

Und dann schwärmten alle elf NABUs in die Fläche aus, mit Werkzeugen behangen, den Blick fest auf ein Opfer – pardon, Baum ihrer Wahl gerichtet, und die Bäume wippten nervös mit ihren Leittrieben! Die kommenden Stunden würden sie so manchen liebgewonnenen Ast verlieren, manche Krone gelichtet bekommen und manchen Fruchtspieß kritisch begutachtet. Und so machte sich bald ein fröhliches Gesäge und Geschneide auf der Wiese breit, und alle Teilnehmer hatten sichtlichen Spaß, das Gelernte sogleich in die Tat umzusetzen. Sicher gelang nicht gleich jeder Schnitt perfekt, aber es wurde viel gelernt und noch mehr gelacht, und wo immer Ratlosigkeit eintrat, ob nun dieser hier oder der dort drüben (ein Aufsetzer womöglich?), waren Hubert Sumser und Marion Nowotny sogleich zur Stelle und halfen mit viel Erfahrung und einem Augenzwinkern weiter.

Am Ende waren sich dann alle einig: Ein rundherum gelungener Einsatz, und ganz einfach ein richtig schöner Tag!

Text: Volker Unterladstetter, Fotos: Birgit Röttering


Pflegeeinsatz im NSG Kiesgrube Wahn

Mit Harken, Sägen, Astscheren, Leitern und vor allen Dingen dicken Arbeitshandschuhen bewaffnet traf sich am Dienstagmorgen, den 07.02.2017, ein Dutzend NABU-Aktive im NSG Kiesgrube Wahn. Der NABU Köln hat im Rahmen des Pflege- und Entwicklungsplans für einen Teil der Pflegemaßnahmen dieses NSGs 

die Verantwortung übernommen. Mit der tatkräftigen Unterstützung von vier Geflüchteten stand am ersten diesjährigen Pflegeeinsatz das Offenhalten einiger Steilflächen auf dem Programm.

So rückte man an diesem Morgen den Brombeeren – deshalb die dicken Handschuhe!!- und anderen Baum- und Strauchsprösslingen an den Grubenwänden und Steilhängen zu Leibe, um eine Verbuschung dieser Lebensräume zu verhindern. Besonders die sonnenexponierten Steilhänge sind ein schützenswerter Lebensraum für Heuschrecken, Wildbienen und zahlreiche andere Gruppen von Wirbellosen – Abbruchkanten und offenliegende Bodenschichten waren früher häufige Landschaftselemente, sind aber heute im Zeitalter der Flurbereinigung in den Landschaften so selten geworden, dass die ehemaligen Kölner Kiesgruben eine der wenigen Ersatzhabitate für bodennistende Insekten darstellen. Um den gefährdeten Lebensraum nicht zu allzu sehr zu stören, kann man hier nur per Hand und nicht mit schwerem Gerät an die Arbeit gehen.

Kälte und Nieselregen verlangten schon viel Eigenmotivation, aber am Ende waren alle mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Und in ein paar Monaten wird der Erfolg sichtbar, hörbar und riechbar sein.

Text: Martin Verfürth


Heckenpflanzung auf der Streuobstwiese

NABU-Aktive beim Ausheben der Pflanzlöcher.
NABU-Aktive beim Ausheben der Pflanzlöcher.

Auf der NABU-Streuobstwiese in Köln-Langel geht es weiter voran: Am 07.12. pflanzte ein Grüppchen NABU-Aktiver bei schönstem Vorwinterwetter etwa 40 Meter Heckengehölz als Abgrenzung zur benachbarten Straße. Nach dem Motto: wir machen Meter für Heckenbrüter, Insekten und Co. wurden 90 einheimische Sträucher als zweireihige Hecke gesetzt. Dabei wurde darauf geachtet, Gehölze auszuwählen, die besonders nützlich für Insekten, Vögel und Kleinsäuger sind. Außerdem sollten sie für das Rheinland typisch sein. Die Auswahl fiel auf manche Arten, die man heute leider nicht mehr so häufig findet, etwa die Apfelrose (Rosa villosa) mit ihren an kleine Äpfel erinnernden essbaren Hagebutten, oder die langsam wachsende Kornellkirsche (Cornus mas), die zeitig im Frühjahr blüht und damit vielen Insekten Pollen und Nektar in einer blütenarmen Jahreszeit bietet.

Wasser zum Angießen der Pflänzchen gab es in der Nähe in rauen Mengen.
Wasser zum Angießen der Pflänzchen gab es in der Nähe in rauen Mengen.

Nach dem Setzen konnten die Pflanzen sich dann noch über einen kräftigen Schluck Rheinwasser freuen, das wir zuvor vom nahegelegenen Hitdorfer Fähranleger handgeschöpft hatten. Bei soviel Hingabe werden die Pflänzchen sicher bald Wurzeln schlagen und zu echten Kölschen Gewächsen heranwachsen. Im Frühjahr werden wir dann wohl noch das ein oder andere Mal einen Schluck Rheinwasser servieren, während wir ungeduldig auf die ersten Austriebe warten.

Nach getaner Arbeit freuen sich die Helfer*innen über einen gelungenen Einsatz.
Nach getaner Arbeit freuen sich die Helfer*innen über einen gelungenen Einsatz.

Mit der Heckenpflanzung haben wir die Streuobstwiese sozusagen mittelfristig „verkehrsberuhigt“, indem nun mit der Hecke eine Abgrenzung zur nahen Straße heranwächst. Die Hecke ergänzt die bereits bestehenden Restbestände einer früheren Heckenpflanzung, die vor allem aus Liguster (Ligustrum vulgare) und Büschel-Rose (Rosa multiflora) besteht. Die Pflanzung der Wildsträucherhecke bildet den Anfang einer ganzen Reihe von Aktionen, mit denen wir die Streuobstwiese in den nächsten Jahren ökologisch weiterentwickeln wollen. In den kommenden Wochen steht dann als nächstes der Winterschnitt der Obstbäume auf dem Programm. Dabei freuen wir uns wie immer über fleißige Helfer.

Text und Bilder: Volker Unterladstetter


Pflegearbeiten am Grünen Kuhweg

Am 24.September hat der NABU Köln einen Pflegeeinsatz im Naturschutzgebiet Grüner Kuhweg durchgeführt.
Der Grüne Kuhweg liegt rechtsrheinisch, in der Nähe von Dünnwald. Das Engagement in dem betroffenen Bereich des Naturschutzgebietes dient der Entwicklung der Wiese zu mehr Artenreichtum, wo nicht nur Gräser dominieren. 

Die hier speziell zu fördernde Leitart ist das Berg-Sandglöckchen (Jasione montana). Die Blume des Jahres 1990 war früher vor allem in Gebieten mit Sand- und Kiesböden oft zu finden. Da geeignete Standorte jedoch durch menschliches Einwirken immer seltener geworden sind, steht das Berg-Sandglöckchen inzwischen in NRW als gefährdet auf der Roten Liste.

Diesmal wurde die Wiese gemäht und die seitlich hereinwachsenden Brombeergehölze zurückgedrängt. Anschließend wurde das Schnittgut eingesammelt und abtransportiert. Bei traumhaft spätsommerlichem Wetter gingen die Arbeiten mit Freischneider, Rechen und Heugabel leicht von der Hand. Tatkräftig unterstützt wurden die fünf Freiwilligen des Kölner NABU von zwei Mitarbeitern der Firma Capgemini. Das Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen ermutigt seine Mitarbeiter, einmal jährlich bei ökologischen Aktionen mitzuhelfen. Letztes Jahr wurde dem NABU Köln bereits bei Arbeiten auf den Friedhöfen unter die Arme gegriffen.


Sehr schön ist es, dass sich beim gemeinsamen Engagement für den Naturschutz die Möglichkeit bietet, viele interessante und sympathische Menschen, ob jung oder alt, kennen zu lernen und eine fröhliche Zeit miteinander zu verbringen. Auch an diesem Tag boten sich für die sieben Freiwilligen vor allem bei der Mittagspause viele Gelegenheiten zum Austausch, wobei besonders über den Naturschutz und Computertechnik philosophiert wurde.


An dieser Stelle noch mal vielen Dank an die Firma Capgemini, besonders an Giacomo Sabbato und Norbert Klein, für die gute Kooperation und den netten Tag, den wir gemeinsam verbracht haben.
Die Pflegearbeiten am Grünen Kuhweg werden in Kürze weitergeführt. Wer Interesse hat mitzumachen, kann sich gerne unter gs@nabu-koeln.de oder unter der Telefonnummer 02 21/7 90 28 89 melden.

Andrea Hanke/Axel Goldmann


Internationaler Küstenputztag auf den Poller Wiesen

Der Internationale Coastal Cleanup Day 2016 fand dieses Jahr auch in Köln statt. Im Rahmen dieser Aktion werden Küsten, aber auch Flussufer von Plastikmüll befreit und so ein Beitrag zum Gewässerschutz geleistet. Über 60 freiwillige Helfer und REWE-Mitarbeiter fanden sich bei strahlendem Sonneschein auf den Poller Rheinwiesen ein und sammelten 412 kg Müll, bestehend aus Grillresten, Kronkorken, Zigarettenkippen, Flaschen etc. Tatkräftig wurde die Aktion von Elfi Scho-Antwerpes unterstützt, der stellvertretenden Bürgermeisterin der Stadt Köln. Noch bis Anfang Oktober werden bundesweit Küstenabschnitte an Nord- und Ostsee auch an den Ufern von Seen und Flüssen von Plastikmüll befreit.

Fotos: Meta Welling


Demo gegen TTIP ...

Am 17. September sind in Köln nach Angaben der Veranstalter 55 000 Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die geplanten Freihandelsabkommen TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) und CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement) zu protestieren.

 

Diese Abkommen sollen zwischen der Europäischen Union und den USA bzw. Kanada abgeschlossen werden und Handelshemmnisse abbauen. Ihre Umsetzung würde europäische Umweltstandards gefährden und die demokratische Kontrolle der Aktivitäten großer Konzerne weiter erschweren.

Der NABU – Naturschutzbund Deutschland gehörte zusammen mit mehr als 40 anderen Verbänden und Aktivistennetzwerken zum Trägerkreis der Großdemonstrationen, die unter dem Slogan „CETA und TTIP stoppen! Für einen gerechten Welthandel!“ firmierten und bundesweit in sieben Städten gleichzeitig stattfanden – außer in Köln auch etwa in Berlin, Hamburg und München.

Um 13 Uhr trafen sich die Demonstanten zur Kundgebung an der Deutzer Werft. Dort begann der lange Zug über die Deutzer Brücke Richtung Innenstadt. Angeführt wurde er von Landwirten aus der Region, die auf ihren Traktoren gekommen waren.

Mit Sprechchören und zahlreichen Musikinstrumenten forderten Menschen aller Altersgruppen lautstark den Abbruch der TTIP-Verhandlungen. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl der Demonstranten wurde die Route kurzfristig sogar noch verlängert.

Mit einer Abschlusskundgebung in Deutz endete die Demonstration.

Sie hat friedlich, aber dennoch mit großem Nachdruck den Standpunkt verkündet, den auch die Umweltverbände zu diesem für unsere Zukunft so wichtigen Thema vertreten.

 

Text: Claudia Trunk

 


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Walderlebnistage

Ich bin im Himmel“ …

entfuhr es einer Drittklässlerin, als sie in den Spiegel in ihren Händen schaute, der auf die Baumkronen über sie gerichtet war. Und mit den Worten „Herr Verfürth, ich habe einen noch größeren Hut als Sie“ 

kam ein stolzer Zweitklässler angerannt und hatte ein großes Blatt auf dem Kopf. „Ihh, das kitzelt, was ist das?“ jammerten und lachten gleichzeitig Erstklässler wie Viertklässler, als sie barfuß mit Augenbinde über Stock und Stein, Wiese und Sand liefen.

Angst vor dem, was kreucht und fleucht, durften die Kinder, die am 20. und 21. Juli 2016 an den ersten Walderlebnistagen des NABU, Außenstelle Leidenhausen, teilnahmen, nicht haben. Zwei Gruppen der Offenen Ganztagsschule Irisweg in Zündorf nahmen im Rahmen der Ferienbetreuung zum ersten Mal dieses Angebot in Leidenhausen an und waren begeistert.

 

„Ich möchte, dass die Kinder die Natur/den Wald spielerisch, ohne erhobenen Zeigefinger erleben und erfahren. Was sie dabei lernen ist immens und verlernen sie nie!“ ist das Credo des Umweltpädagogen Martin Verfürth, der für Gruppen bis 12 Kinder diese Walderlebnistage anbietet. Bei größeren Gruppen müssen die Betreuer selbst mitmachen, was eigentlich noch mehr Spaß macht.

An 4 Stationen zum Hören, Sehen, Tasten/Fühlen und Riechen/Schmecken erfahren die Kinder Vieles über den Lebensraum Wald. Ob leise oder laut, langsam oder schnell, mutig oder ängstlich … die Kinder lernen sich in den Lebensraum einzufügen und ihn zu erleben. Das macht uneingeschränkt Spaß, meinten jedenfalls die Kinder und Betreuer der OGS Irisweg. 

Nur … beim Eichhörnchen-Spiel wurden viele der versteckten Nüsse nicht mehr von den Kinder-Eichhörnchen gefunden. Tja, jetzt wachsen vielleicht demnächst ein paar Haselsträucher mehr in Leidenhausen…

Walderlebnistage 20. und 21.07.2016 in Leidenhausen

Text u. Bilder: Martin Verführt


Späte Hummelrettung ist doch noch geglückt!

Die Reste des freigelegten Nestes
Die Reste des freigelegten Nestes

Die Baufirma hatte sich noch mal gemeldet. Die verschütteten Hummeln hatten sich wohl einen neuen Ausgang gemacht und waren jetzt ein bisschen agressiver.

Also wagte Udo Gerth einen neuen Versuch, das Hummelnest zu versetzen. Hier ist sein Kommentar:

„Nachdem ich zwischen fünfzig und achtzig Hummeln vorsichtig in die Abfangbox abgesaugt hatte, konnte ich das Nest freilegen, oder das, was von dem ursprünglichen Nest noch übrig war. Ich habe über eine Stunde lang die Erde Millimeter für Millimeter weggekratzt. Dann kam das Nest zum Vorschein, völlig eingedrückt, wahrscheinlich durch die Verschüttungsaktion. Es hatte einen Durchmesser von ca. 20 cm. Oben sieht man noch Nektar Reste, aber ansonsten waren alle Töpfchen leer.

Ich habe dann alles eingepackt und bin zu meinem Bienenstellplatz gefahren. Auf dem Foto sieht man den Hummelkasten Marke Eigenbau.

Eigentlich sind es zwei Kästen. Der zweite größere Kasten ist für die Klimatisierung wichtig. Durch entsprechende Lüftungsöffnungen kann die Luft um den Innenkasten zirkulieren und kühlt dadurch den eigentlichen Hummelkasten ab. Zusätzlich ist er natürlich im Schatten aufgestellt, an einer Stelle unter Bäumen und Büschen, wo er von der Sonne nicht direkt bestrahlt werden kann. Deshalb bauen Hummeln auch mit Vorliebe ihr Nest unter der Erde in verlassenen Mäusenestern. Man sieht hier auch den Distanzrahmen, auf dem die Abfangbox steht. Der Hummelkasten beginnt ein ganzes Stück tiefer. Ohne Distanzrahmen kann ich den Bodenschieber nicht öffnen. Die Hummeln fallen auf das Nest und nach einer halben Stunde, nachdem die Hummeln sich etwas beruhigt haben, kann man die Abfangbox und den Distanzrahmen wegnehmen und beide Kästen verschließen.

Der veschlossene Kasten
Der veschlossene Kasten

Die ersten Hummeln sind schon ausgeflogen und erkunden nun die nähere Umgebung. In der Trinkflasche ist „Flugbenzin“. Da sie jetzt keine Vorräte mehr haben, brauchen sie das als lebenswichtige Unterstützung. Es handelt sich um verdünnten Ahornsirup.

Ich habe mich riesig gefreut, als nach einiger Zeit die ersten Hummeln vom Erkundungsflug zurück zum Kasten flogen".

Bilder und "Text" Udo Gerth


Sommerzeit ist Schwebfliegenzeit

Was ist gelb-schwarz gestreift, besitzt eine schlanke Taille, und fliegt derzeit in vielen Gärten umher? Viele Menschen würden bei unidentifizierten gelb-schwarzen Flugobjekten wohl instinktiv an Wespen denken. Doch längst nicht alle Insekten, die an Wespen erinnern, sind auch tatsächlich welche. Echte Wespen erkennt man vor allem daran, dass sie ihre Flügel der Länge nach falten, wenn sie nicht gebraucht werden (deshalb werden sie Faltenwespen genannt). Außerdem können einige von ihnen recht schmerzhaft stechen, was die meisten von uns sicher schon einmal am eigenen Leib erfahren haben.
Eine große Gruppe von Insekten, die „einen auf Wespe machen“, sind die Schwebfliegen (Fliegen aus der Familie der Syrphidae). Im Gegensatz zu echten Wespen sind Schwebfliegen aber absolut harmlos und stechen nicht (sie können es nicht einmal, da ihnen ein Giftstachel fehlt). Da aber viele potentielle Feinde der Schwebfliegen ebenso wie wir Menschen manchmal nicht so genau hinschauen, haben viele Schwebfliegen aus der Not eine Tugend gemacht und sich im Laufe ihrer Evolution an das Aussehen von wehrhafteren Insekten angepasst. Biologen nennen so etwas Mimikry: so zu tun als ob reicht vielfach aus, um nicht gefressen zu werden. Wer als friedfertige Schwebfliege eine Wespe imitiert, wirkt gleich gar nicht mehr so friedfertig und verschafft sich einigen Respekt.
Schwebfliegen kann man im Gelände leicht an ihrer charakteristischen Flugart erkennen. Wie kleine Hubschrauber vermögen sie in der Luft zu schweben, bevor sie blitzschnell den Standort wechseln, nur um einige Meter weiter erneut in der Luft verharren. Im Englischen heißen sie entsprechend Hoverflies. Wer genauer hinschaut, kann einige weitere Merkmale von Schwebfliegen identifizieren. Zum einen besitzen sie vergleichsweise kurze Antennen, was sie von Bienen und Wespen unterscheidet. Zum Anderen sind ihre Augen ziemlich groß: glubschäugige Wespen sind daher mit großer Sicherheit getarnte Schwebfliegen. Und dann ist da noch die Flügelzahl: wo Hautflügler wie Wespen und Bienen über zwei Flügelpaare verfügen, haben Schwebfliegen nur eins (das zweite Paar ist zu kleinen kegelförmigen Flugstabilisatoren zurückgebildet, den sogenannten Halteren). Wer zudem ein scharfes Makrofoto eines Schwebfliegenflügels zur Verfügung hat, kann dort eine ins Leere laufende Ader erkennen, die Vena spuria. Auch sie ist typisch für Schwebfliegen.
Neben den Bienen gehören Schwebfliegen zu den effizientesten Bestäubern vieler Blütenpflanzen. Doch sie können weit mehr als das! Biogärtner*innen freuen sich über die kleinen Flugkünstler im Garten, denn viele Schwebfliegen fressen im Larvenstadium ähnlich wie die Larven von Marienkäfern unermüdlich Blattläuse. Sobald die Larven sich dann jedoch zur fertigen Imago entwickelt haben und ihr Schwebfliegenleben in der Luft fortsetzen, steigen sie von fleischlicher Kost auf pflanzliche Nahrung um und machen sich über Nektar und Pollen heimischer Blütenpflanzen her. Besonders hoch im Kurs stehen dabei viele Doldenblütler und Blüten mit gelber Farbe. Wer im eigenen Garten Schwebfliegen beobachten möchte, sollte den heimischen Wiesen-Bärenklau pflanzen (Heracleum sphondylium). Auf seinen großen weißen Doldenblüten tummeln sich im Hochsommer viele hübsche Schwebfliegen und Käfer. Ähnlich beliebt sind Wilde Möhre (Daucus carota) und Kleine Bibernelle (Pimpinella saxifraga).

Text und Bilder Volker Unterladstetter


Ein Hummelvolk unter Splitt begraben

Eine Erdhummel von der Baustelle vorm Nesteingang
Eine Erdhummel von der Baustelle vorm Nesteingang

Uns wurde ein Hummelnest gemeldet, das auf einer Baustelle entdeckt wurde.

Udo Gerth, ein Bienenspezialist vom NABU Köln, erklärte sich bereit, das Hummelvolk zu versetzen. Am nächsten Tag sollte die Aktion starten, musste aber einen Tag verschoben werden, denn das Wetter war sehr regnerisch und es mussten noch einige Vorbereitungen gemacht werden.

Als Udo am 2. Tag zur Baustelle kam, war das Erdnest der Hummeln schon unter Splitt begraben. So schnell kann man ein ganzes nützliches Erdhummelvolk vernichten!

Unsere Bitte an alle Kölner, meldet uns Wespen/Hornissen- und Hummelnester, wenn sie euch stören, es gibt Methoden, sie an anderen Stellen anzusiedeln, ohne ihnen zu schaden.

NABU-KÖLN: 0221-790 2889 oder Wespen, Hornissen und Hummeln-Hotline: 0178 1701435


Korksammeln für die Kraniche - alte Handys für die Havel

Der Gedanke der Wiederverwertung ist nicht neu, aber noch immer hochaktuell. Sie schont unsere Resourcen und die für die Erzeugung benötigte Energie wird reduziert. Insgesamt also ein Beitrag zum Klimaschutz.
Der NABU-Stadtverband Köln will dies ebenfalls aktiv unterstützen. Deshalb können ab sofort in der Geschäftsstelle (50678 Köln, Alteburger Str. 60) Korken und Mobiltelefone abgegeben werden. Die Korkkampagne unterstützt mit ihren Erlösen Kranichprojekte und bedeutet damit direkten Naturschutz.
https://hamburg.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/korkampagne/index.html

Mit dem Erlös aus der Wiederverwertung der Mobiltelefone wird die Renaturierung der Havel unterstützt.
https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/aktionen-und-projekte/alte-handys-fuer-die-havel/index.html
Sollte die Geschäftsstelle nicht besetzt sein, können die Materialien auch bei der Firma Goldmann unter gleicher Adresse abgegeben werden.

Die üblichen Öffnungszeiten sind Mo-Do 9 bis 17 Uhr und freitags 9 bis 15 Uhr.

Eine weitere Abgabestelle: AOC Weinhandlung Köln GmbH. Rathenauplatz 35, 50674 Köln
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 11.00 * 13.00 Uhr und 14.30 * 19.30 Uhr
Samstag: 11.00 * 18.00 Uhr


Schröpfschnitt auf der Aachener Wiese

Am 31. Mai war der erste Pflegeeinsatz auf der "Aachener Wiese" nötig, denn die Wiese musste dringend gemäht werden, da die Beschattungskräuter schon eine gewisse Höhe erreicht hatten. Ein Ehrenamtlicher beschreibt die Aktion wie folgt:

Wiesendrama erster Akt,

ein junger Wilder betritt die Bühne: Leindotter (Camelina sativa) war zusammen mit seinem Kumpan, der Gartenkresse, als Schnellbegrüner Bestandteil der Saatgutmischung der Aachener Wiese. Er sollte einerseits den keimenden Wiesenpflanzen eine Ammenhilfe sein, und andererseits das Interesse der Kaninchen und Vögel von den Wiesenblumen ablenken. Nun hatten sich die Vögel aber bereits vorher bedient, und die Damen und Herren Kaninchen zeitweise das Interesse am Knabbern verloren, so dass Herr Dotter in der feuchten Witterung der letzten Wochen ordentlich in die Höhe geschossen ist.

Damit hat er als Schnellbegrüner alles richtig gemacht: er war verdammt schnell, und schwupps war alles grün! So grün, dass wir ihm heute dringend ans Leder bzw. Blattwerk mussten, denn den Samen der Wiesenblumen hat das grüne Dach so viel Licht genommen, dass sie bisher wenig Lust zum Keimen hatten (die meisten von ihnen sind Lichtkeimer). Vereinzelte Margeriten und Malven konnten wir jedoch schon entdecken.

Und so haben wir mit einer Handsense und zwei Freischneidern bewaffnet heute die Aachener Wiese gemäht und gefühlte zehn Tonnen Leindotter und Kresse von der Fläche geharkt. Ganz schön viel Salat, nur das Dressing hat gefehlt! Folgende Dinge sind zu konstatieren: die Mahd mit der Handsense ging erstaunlich gut und sorgte für eine Menge Aufsehen bei Spaziergängern und Passanten. Freischneider produzieren einen 1a Spinat. Und feuchte Biomasse von Leindotter und Kresse von der Fläche zu harken wird definitiv keine Lieblingstätigkeit. Wie gut, dass wir ab nächstem Jahr den Aufwuchs auf der Fläche antrocknen und zu Heu machen können, bevor es dann ans Abrechen geht. Und Ruchgras im Heu riecht eindeutig mehr nach Wiese als die würzigen Duftwolken von Kresse und Gundermann.

Wer jetzt gerne dabei gewesen wäre, der sei vertröstet: der nächste Pflegeschnitt kommt bestimmt. Der erste Schnitt war sozusagen nur die Generalprobe, um die Fläche und die Arbeitsabläufe kennenzulernen. Sobald wir wissen, welche Geräte und Man- (bzw. Woman)power wir brauchen, werden wir solche Einsätze auch ankündigen.

Den Leindotter jedenfalls werden wir auf der Aachener Wiese in Zukunft nicht mehr vorfinden, er hat seine Schuldigkeit getan. Würden wir hier tatsächlich ein Wiesendrama schreiben, hieße es in der Regieanweisung jetzt wohl: Exit Leindotter.

Text: Volker Unterladstetter
Bilder: Birgit Röttering


Frühjahrstipp: Nisthilfen für Wildbienen aufhängen

Mauerbiene, Bild: V. Unterladstetter
Mauerbiene, Bild: V. Unterladstetter

 Der NABU Köln empfiehlt, die schönen sonnigen Tage im Frühjahr zu nutzen und Wildbienennisthilfen im Garten oder auf dem Balkon aufzuhängen. Fast alle Wildbienenarten sind Einsiedler bzw. Solitärbienen. Bei dem Begriff "Biene" denken viele Menschen zunächst an die Honigbiene. Dass es aber in Deutschland mehr als 500 verschiedene Bienen-Arten gibt, ist vielen nicht bewusst. Und auch die Hummeln gehören zu den Wildbienen. Die fleißigen Insekten haben eine hohe landschaftsökologische Bedeutung und spielen eine unverzichtbare Rolle bei der Bestäubung von Obstbäumen, Beerensträuchern und Gemüsepflanzen.

Je nach Art bauen Wildbienen ihr Nest zum Beispiel im Boden, in den Käferfraßgängen toter Holzstämme oder in abgestorbenen Pflanzenstängeln. Diese natürlichen Nistplätze werden immer seltener und sind in aufgeräumten Gärten oder auf dem Balkon kaum vorhanden. Dort kann man Wildbienen mit künstlichen Nisthilfen unterstützen. Wildbienennisthilfen hängen am besten in sonniger, warmer und wettergeschützter Lage. Man kann sie selbst zum Beispiel aus Hartholzblöcken oder hohlen Pflanzenstängeln basteln, es gibt sie aber auch fertig zu kaufen.

Im Rahmen des Kooperationsprojektes des NABU Arbeitskreises "Park und Friedhof" mit dem Fachverband der Kölner Friedhofsgärtner wurden bereits 10 Wildbienenhotels auf den Kölner Friedhöfen aufgestellt. Zu besichtigen sind diese Nisthilfen z.B. in den Bestattungsgärten auf dem Melatenfriedhof, dem Westfriedhof und dem Mülheimer Friedhof. Weitere 6 Wildbienenhotels stehen auf dem Nordfriedhof. Diese wurden vom NABU finanziert und vom städtischen Gärtnermeister des Nordfriedhofs, Herrn Zajber, an geeigneten Standorten fest im Boden verankert.

Rund die Hälfte der Arten ist in ihrem Bestand mittlerweile gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Die größte Gefahr für die Blütenbesucher ist die industrielle Landwirtschaft: In der ausgeräumten Landschaft, wo Monokulturen wie Mais vorherrschen, wird das Blütenangebot immer geringer, Wildbienen finden hier keine Nahrung mehr. Pestizide, wie etwa die berüchtigten Neonikotinoide, stellen eine weitere Gefährdung dar. Städte hingegen haben ein überraschend hohes Potential zu Sicherung der Biodiversität. Die Sichtweise von Stadt als naturfernem und Land als naturnahem Raum ist damit längst überholt, da immer mehr Arten auch oder überwiegend im Stadtgebiet vorkommen.Text:

Birgit Röttering