Arbeitskreis Ornithologie


Aktiv für die gefiederten Bewohner von Köln

Bluthänfling
Bluthänfling

Neue Mitstreiter sind im Arbeitskreis stets willkommen und können über einen der Ansprechpartner mit uns Kontakt aufnehmen. Vielleicht können Sie schon bei einem unserer nächsten Projekte aktiv mithelfen.
Der Arbeitskreis trifft sich regelmäßig alle 2 Monate, in der NABU Geschäftsstelle, zu Exkursionen und anderen Projekten.


Führung durch die Wahner Heide

 Am Dienstag dem 25. September führten Mitglieder des Arbeitskreis Ornithologie eine Gruppe des Kinderschutzbundes, im Rahmen eines Betriebsausflugs, durch die Wahner Heide. Die kleine Führung begann auf dem Parkplatz am Spicher Mauspfad, führte durch das Gebiest des Altenforsts, entlang der Zentralwanne und über den Telegraphenberg, den höchsten Hügel der Wahner Heide, zurück zum Ausgangspunkt.

Uhr- und Jahreszeit und dazu noch Spaziergängern, die mehr oder weniger Unwissentlich vom erlaubten Pfad abgekommen waren, erschwerten die Suche nach den über 100 Brutvogelarten, die zumindest zeitweise in der Wahner Heide heimisch sind. Dank unserer erfahrenen Ornithologen, Franz Lindinger und Volker Brinkman, gab es dennoch Kleiber, Schwarzkehlchen, Tannen- und Kohlmeise, Eichelhäher, Heckenbraunelle und Buntspecht zu sehen, oder zumindest zu hören.

Wenn gerade kein Vogel in Sicht war plauderte Exkursionsleiter Albrecht Priebe aus dem Nähkästchen. Die Informationen reichten vom Ursprung der Heide über die noch immer andauernde militärische Nutzung, bis hin zur zukünftigen Entwicklung des Waldes in Richtung eines Buchenwaldes. Darum gab es auch einige botanische Highlights der Wahner Heide zu bestaunen. Hierzu zählte die Traubeneiche und die Besenheide und –ginster, kleines Habichtskraut, Silbergrasfluren und Sand-Segge als Spezialisten für den trockenen Sandboden der Heidelandschaft. Hufspuren von Hirschen und die Spuren von wühlenden Wildschweinen gab es auch zu sehen.

Nach guten 2 Stunden endete die Führung und man konnte sich am Gasthaus mit Kaffee oder einem leckeren Flammkuchen, bei bestem Wetter ausruhen.

Text: Tobias Holtgräwe, Fotos: Franz Lindinger


Steinkauzsichtung

Foto: Maike Urlewitz,             zum Vergrößern klicken!
Foto: Maike Urlewitz, zum Vergrößern klicken!

31.08.2018: Maike Urlewitz schickte Fotos von einem Steinkauz in ihrem Garten und schrieb dazu:

"Sie glauben nicht, wer mich heute im Garten besucht hat.  Gegen 18 Uhr saß ich auf der Terrasse und guckte durch Zufall in den Baum... und da saß er, mein kleiner Gast - ein Steinkauz.

Vor lauter Hektik, weil ich so überhaupt nicht damit gerechnet habe und aus Angst, er würde sich direkt aus dem Staub machen, habe ich leider die Kameraeinstellungen nicht ganz optimal gewählt. ABER, ich habe ihn fotografiert! Ich sende Ihnen mal ein paar meiner Schnappschüsse, vielleicht haben Sie genauso viel Freude daran wie ich."

Kindernothilfe in der Vogelwelt

Janne und Rudi Boden aus Westhoven verdanken wir bereits die Geschichte von der Blaumeise mit einer Schnabelmissbildung. Nun bieten sie eine weitere Merkwürdigkeit aus dem Vogelleben in ihrem Garten, diesmal aber eine fraglos schöne: Vor einigen Tagen beobachteten die Bodens von ihrer Terrasse aus das Geschehen in ihrem Garten, vor allem in der Nähe der Vogeltränke. Die Kamera lag wie immer bereit. So wurden sie Zeugen, wie zunächst ein Amsel-Männchen einen der Jungvögel mit Blaubeeren fütterte. Dieser hüpfte anschließend zur Vogeltränke, wo sich zugleich ein junger Haussperling einfand, der sofort die Jungamsel massiv anbettelte und anhaltend sperrte. Tatsächlich konnte die junge Amsel schließlich nicht mehr widerstehen und tränkte den Spatz einige Male mit Wasser. Erst als ein weiterer Jungspatz hinzukam, wurde es ihr offenbar zu viel, und sie verschwand.

Im Internet kann man erfahren, dass ein solches Bettelverhalten durchaus ab und zu vorkommt, insbesondere bei Spatzen. Es aber zu erleben und sogar noch zu dokumentieren, ist aber doch eine große Seltenheit. Und durch den Schnappschuss sind wir ja auch fast dabei …

Text: Volker Brinkmann


Weißstörche im Kölner Norden

Foto: Michael Häser
Foto: Michael Häser

Von einem Anwohner in der Gegend wurde uns ein Storchenpärchen gemeldet.  Das Pärchen würde jeden Abend auf einem abgesägten Baumstumpf in ziemlicher Höhe auf einer Rodungsfläche sitzen. Tagsüber wären sie dort nicht zu sehen.  

Störche in Köln hatten wir schon mehrfach, aber nicht außerhalb der Zugzeit.  Deshalb war diese Meldung etwas ganz Ungewöhnliches. 

Michael Häser vom Ornithologischen Arbeitskreis konnte dort tatsächlich die Störche beobachten:  Es handelt sich um ein adultes Storchenpaar, die Schnäbel sind komplett rot (Jungstörche haben eine dunkle Schnabelspitze). Das Weibchen ist etwas kleiner und ist am  rechten Bein beringt.


Extra-Wanderung zu Singvögeln im Dünnwalder Wildpark

Der Zaunkönig wiegt meist keine zehn Gramm, aber er tönt wie ein Riese. Was für eine Begrüßung an einem frühen Samstagmorgen! „Wenn er dicht neben euch singen würde, hättet ihr Ohrenschmerzen.“ NABU-Vogelexperte Achim Kemper freute sich schon zu Beginn einer Extra-Wanderung über den besonders kräftigen Singvogel im Dünnwalder Dickicht. Die Teilnehmer der kleinen Exkursion hatten zuvor am 1. Mai erfolgreich am NABU-Vogelstimmen-Quiz auf Gut Leidenhausen teilgenommen

- die Wanderung am Samstag im und um den Dünnwalder Wildpark war quasi eine kleine Belohnung. Über mehr als zwei Stunden hinweg lernten Kinder und Eltern nun, Mönchgrasmücken, Kleiber, Buchfinken und viele andere am Gesang zu erkennen, einen Baumläufer beim Baumlaufen zu beobachten, über eine herumliegende Feder eine Art zu bestimmen u.v.m.

 

Die App, die wir beim Vogelstimmen-Quiz einsetzen und sehr empfehlen können, ist von deutschen Ornithologen entwickelt worden. Sie heißt Vogelquiz Free, ist kostenlos und umfasst Gesänge und Beschreibungen von rund 40 verschiedenen Vogelarten. Im Google-Playstore hier:

https://play.google.com/store/apps/details?id=de.holzheu.vogelquiz_free

Die „Pro“-Version ist wesentlich umfangreicher, was die Zahl der Vogelarten betrifft, und kostet 4,20 Euro:

https://play.google.com/store/apps/details?id=de.holzheu.vogelquiz_pro

Noch gibt es diese App nicht für Apple-Geräte. Eine Alternative ist die App „Zwitschern! Vogelstimmen aus Westeuropa“ für 4,49 Euro:

https://itunes.apple.com/de/app/zwitschern-vogelstimmen-aus-westeuropa/id373561269?mt=8

(Text und Foto: th)


Blaumeise mit schwerer Schnabel-Missbildung

 Janne und Rudi Boden aus Westhoven bemühen sich seit langem erfolgreich darum, ihren Garten möglichst vogelfreundlich zu halten. Dazu gehören mehrere (ganzjährige)Futterstellen, Tränken usw. Oft sitzen sie auf ihrer Terrasse und freuen sich an dem regen Vogelleben. Aber in diesem Frühjahr war nicht alles wie gewohnt, denn vermutlich schon seit März mischte sich eine sehr seltsame Blaumeise unter die Gartenbesucher, eine Blaumeise mit einem extrem langen, dünnen und wie beim Brachvogel nach unten gebogenen Schnabel

Dessen Hälften sind zudem gekreuzt verwachsen. Er wird insgesamt etwa 3,5 cm lang sein, also extrem viel länger als normal. Und dennoch hat diese Meise bislang offenbar gut überleben können, indem sie ihre Futter-Technik den Bedingungen angepasst hat. Das sehen Sie auf den Fotos, aber besonders deutlich in dem schönen kleinen Filmchen, das die Bodens gedreht haben.

Man muss und sollte also in solchen Fällen nicht aus Mitleid eingreifen, da die Tiere auch mit Missbildungen offenkundig zurechtkommen können.

Wenn man dem Phänomen im Internet nachgeht, scheint es so zu sein, dass derartige Missbildungen durchaus manchmal vorkommen, und zwar bei vielen Vogelarten, aber offenbar besonders bei Meisen. Eine bündige Erklärung fehlt wohl noch. Eine der Erklärungen, die man findet, verweist auf eine Erkrankung der Leber, aber diskutiert wird zweitens auch die Erklärung, dass bei einem zu hohen Anteil weichen Fettfutters der Schnabel nicht hinreichend durch Gebrauch gewetzt wird und deshalb zu schnell in die Länge wächst. Und drittens kann eine solche Missbildung natürlich auch genetisch bedingt sein.

Viel spricht dafür, dass Vögel mit einer solchen „Behinderung“ oft deshalb überleben, weil sie an Futterstellen relativ stressfrei satt werden. Klar ist jedenfalls am Beispiel der Westhovener Blaumeise, dass es keinerlei Streitigkeiten mit anderen Meisen oder Vögeln gibt. Vielleicht können die Bodens ja sogar in den nächsten Jahren sehen bzw. abschätzen, wie alt ein solcher Vogel werden kann, der im Normalfall durchschnittlich 2-3 Jahre erreichen kann. Inzwischen ist die Blaumeise nach einer längeren Pause wieder da und und bedient sich regelmäßig an der Futterstelle, als wäre nichts gewesen. Dabei hat sie inzwischen den (kürzeren) Unterschnabel verloren, kommt aber mit der Nahrungsaufnahme besser zurecht als zuvor.

Wir würden von vielen solchen kleinen Naturwundern nichts erfahren, wenn es nicht so aufmerksame Vogelfreunde/innen gäbe wie Janne und Rudi Boden. Daher bedanken wir uns hier herzlich dafür, dass sie uns daran haben teilhaben lassen!

Text: Franz Lindinger und Volker Brinkmann


Exkursion in die Drover Heide

 Ziegenmelker, Schwarzstorch und Waldschnepfe

Am Samstag, 2. Juni, fand sich bei zunehmend gutem Wetter eine kleine Gruppe aus dem AK Ornithologie zu einer Abendexkursion in die Drover Heide. Unser Hauptziel waren die Ziegenmelker, die wir in der Dämmerung dann auch wirklich einige Male zu hören und zu sehen bekamen! Aber dieser sehr besondere Abend hielt noch ein paar weitere Highlights für uns bereit: Wir erlebten völlig überraschend und daher überwältigend einen Schwarzstorch, zudem eine Waldschnepfe, eine Gruppe von 5 Kolkraben, eine vierköpfige Turmfalken-Familie, Bunt-, Grün- und Schwarzspecht sowie Gelbspötter und eine Turteltaube. Und natürlich fanden wir auch viele Charaktervögel dieser Landschaft wie Schwarzkehlchen, Baumpieper, Neuntöter, Bluthänflinge, Feldlerchen und Goldammern. Zwischendurch sorgten Fuchs, Reh und Hase in wunderschönem Abendlicht für Abwechslung.

Begleitet wurden wir, je später, desto lauter, von einem imposanten gemischten Chor von Kreuzkröten und Wasserfröschen; auch eine Erdkröte ließ sich blicken.

Insgesamt fanden sich am Ende 36 Vogelarten auf unseren Notizzetteln. Und wir waren uns einig in dem Gefühl, dass wir einen so erfüllenden Abend in der Natur nur sehr selten erlebt hatten.

Text: Volker Brinkmann, Bilder: Franz Lindinger


Gartenvogelzählung

Bild: Anne-Marie Kölbach
Bild: Anne-Marie Kölbach

Auch dieses Jahr wurden am zweiten Maiwochenende zu dem Motto: "von Vatertag bis Muttertag Vögel zählen!“ wieder viele Vögel gezählt und beobachtet. In der Stadt Köln haben sich dieses Jahr 400 Vogelfreunde beteiligt um in 312 Gärten 7796 Vögel zu zählen. Dabei wurde ein breites Band von 78 Arten erkannt die von Blaumeise über Waldohreule bis über den Rotmilan reichen.
Am häufigsten wurde die Kohlmeise gesichtet  mit einer Anzahl von 812 in 80,45% der Gärten. Auf dem zweiten Platz steht die Amsel mit einem Auftreten von 761 und der Mauersegler der 683 gezählt wurde nimmt den dritten Platz auf der Liste ein.
Zu dem Mauersegler hatte der NABU Köln 2017 auch das Projekt „Mauerseglerschutz in Köln - Wohnungsbau für Sommergäste“ gestartet bei dem dessen Wohnsituation verbessert werden sollte. Durch Bautätigkeiten wie Sanierungen oder Löcher und Nieschen an unseren Häusern die geschlossen werden, fällt es dem Mauersegler immer schwerer, einen Brutplatz zu finden. Um dem Entgegen zu wirken, macht der NABU Köln einerseits durch Öffentlichkeitsarbeit die Menschen auf unsere Sommergäste aufmerksam, andererseits durch praktische Arbeit vor Ort wie z.B durch das Anbringen von Nistkästen.

Text: Lilia Jantzen

Hier das Zwischenergebnis der Gartenvogelzählung 2018


Ornithologische Doppelführung in Finkens Garten durch den AK Ornithologie

Am Morgen des 8. April haben in Finkens Garten (Rodenkirchen) zwei ornithologische Führungen hintereinander stattgefunden. Die erste Führung um 7 Uhr hatten wir für Erwachsene konzipiert, die zweite um 9 Uhr für Kinder mit Begleitung. Der Zuspruch war sehr erfreulich: Die erste Führung hatte gut 25 Teilnehmer, die zweite gut 40. Wir hatten zudem mit dem Wetter großes Glück, da wir den ersten richtig warmen und geradezu prachtvollen Frühlingstag genießen durften.

Beide Führungen begannen mit einem Einführungsvortrag zu 12 der häufigsten Gartenvögel. Dem folgte bei den Erwachsenen (und später auch bei den Kindern) ein langsamer Rundgang im Gelände mit einem längeren Aufenthalt in der Vogelbeobachtungshütte. Als ein Highlight erwies sich bei beiden Gruppen der „Besuch“ beim Waldkauz-Männchen, das zu unserer großen Freude im Kamin des Haupthauses saß und sich in aller Ruhe mit den Spektiven bewundern ließ. Aber auch von den normalen“ Vogelarten ließen sich erfreulich viele sehen und hören, einige waren frisch aus dem Süden eingetroffen, wie die Mönchsgrasmücke und der Zilpzalp. Es waren insgesamt noch Amsel, Singdrossel, Zaunkönig, Graureiher, Rotkehlchen, Kohl- und Blaumeise, Grün- und Buntspecht, Heckenbraunelle, Sommergoldhähnchen, Rabenkrähe, Ringeltaube, Buchfink, Eichelhäher, Elster und Mäusebussard zu beobachten.

Für die Kinder hatten wir außerdem erstmals ein Vogelquiz im Programm: Sie durften in einem begrenzten Teil des Gartens unsere 12 Gartenvögel entdecken (und auf einem vorbereiteten Blatt notieren), die wir in Lebensgröße angefertigt und „versteckt“ hatten. Man konnte an dem Eifer der Kinder ablesen, dass ihnen das offenkundig viel Spaß machte.

Beide Führungen endeten mit einer kleinen Fragestunde rund um Vogelbücher, Ferngläser, Spektive, passende Apps usw.

Wir haben netterweise viele positive Rückmeldungen bekommen und ziehen daraus den Schluss, dass unser erster Versuch einer Doppelführung (und eines Vogelquiz für die Kinder) offenkundig weitgehend gelungen ist und folglich ein fester Bestandteil unseres Angebotes werden sollte.

All dies ist aber auch nur deshalb so rundum zufriedenstellend verlaufen, weil wir von Frau Lay, der „Chefin“ von Finkens Garten, wie stets eine absolut zuverlässige und freundliche Unterstützung erfahren haben!

Text u. Bilder: Franz Lindinger und Volker Brinkmann


Ornithologischer Spaziergang am Ostermontag durch den Thurner Wald

Michael Häser vom Arbeitskreis Ornithologie des NABU Stadtverband Köln vermittelte den 18 Teilnehmern umfangreiches Detailwissen zu den 35 Vogelarten, die entweder gesehen oder gehört werden konnten. Sei es über den spät zurückgekehrten Zilpzalp, den Kleiber, Baumläufer, Haubenmeise, Heckenbraunelle, Distelfink oder die Wasservögel, wie Graugänse, Reiherente oder das Blesshuhn. Am meisten freute man sich über die Rufe des Kolkraben und die Sichtung des Mittelspechts, dessen Ruf auch gut zu hören war. Eine weitere Führung wird er am 12. Mai um 10 Uhr durch den Worringer Bruch leiten.

 

Text: Christina Wohlfahrt,

Bild: Anne-Marie Kölbach


Ausflug an den Sieglarer See

Exkursion des AK Ornithologie am 17.2.2018

Am Sieglarer See sind im Winter in der Regel viele Gänse zu Gast. Heute waren es sechs Arten, nämlich Grau-, Bläss-, Nonnen-, Kanada-, Nil- und Saatgans. Weitere Wasservögel waren Gänsesäger und Schell-, Reiher-, Tafel- und Stockenten und Zwerg- und Haubentaucher. Der Eisvogel flog zwei mal vorbei. Ein überwinterndes Schwarzkehlchenpärchen trotzte den Temperaturen um den Gefrierpunkt. Hohltauben freuten sich an dem Angebot an alten Bäumen. Sowohl Bunt- als auch Grünspecht ließen sich ab und an sehen und hören, während die Stare anhaltend einen vielstimmigen Chor boten. Mit insgesamt 39 Arten war es eine sehr erfolgreiche Exkursion.

Text: Volker Brinkmann u. Franz Lindinger. Bilder: Franz Lindinger


Stadt-UHU

In der letzten Zeit wurden über unser Eulenprojekt ungewöhnlich viele Uhus gemeldet. Auch mitten in Köln wurde diese große Eule, die ja eigentlich kein Stadtvogel ist, oft gesehen.

Hier auf diesem Bild sitzt er auf einem Balkon in der Nähe des Rathenau- Platzes.

Da der Uhu ein Nachtjäger ist, sucht er sich tagsüber einen Schlafplatz auf einem Baum, Dach oder wie hier einem Balkongeländer.

Die erste Meldung in der Stadt von einem Uhu war im Herbst vor 2 Jahren.

Uns interessiert, ob es jetzt mehr Uhus gibt oder ob immer derselbe gesehen wurde. Deshalb freuen wir uns über jede Meldung und Fotos, denn an seinem Körpergefieder, das meistens von Vogel zu Vogel verschieden ist, könnten wir ihn identifizieren.

Bilder und Text: Anne-Marie Kölbach 

Die erste Meldung war von diesem Uhu vor 2 Jahren.
Die erste Meldung war von diesem Uhu vor 2 Jahren.

Waldweihnacht auf Gut Leidenhausen

Foto: Franz Lindinger
Foto: Franz Lindinger

Vorweihnachtliche Stimmung herrschte am 1. Adventswochenende auf dem Weihnachtsmarkt auf Gut Leidenhausen, wo auch der AK Ornithologie vom NABU-Köln wieder einen Stand hatte. Die „Waldweihnacht“ befindet sich immer im Innenhof des alten Gutes - mitten im Wald .

Die von uns angebotenen Futterhäuser und das Vogelfutter in Tassen und Bechern hatten wir in den Wochen davor selbst angefertigt.

Besondere Aufmerksamkeit bekamen die Vogelfuttertassen, die auch gut verkauft wurden. Infomaterial über den NABU und die Zubereitung von Vogelfutter durfte kostenlos mitgenommen werden.

Fotos: Christina Wohlfahrt


Eine große Luftnummer - der Mauersegler

Wussten Sie, dass die Mauersegler bei ihrer Rückkehr aus Afrika im April/Mai nicht im großen Schwarm ankommen sondern einzeln hintereinander fliegend wie Perlen auf einer Schnur? Und dann geht eine großes Geschrei los - es wird Screaming genannt - das die Mauersegler veranstalten, wenn sie zu ihrem alten Gebiet zurückkehren. Es dient der Harmonisierung in der Gruppe. Danach beginnt die rasante Flugbalz, bei der die beiden adulten Mauersegler in der Nähe ihres Nest-Standortes laut schreiend enge Verfolgungsjagden veranstalten. Beide Altvögel sammeln in der Luft schwebende Teilchen wie Federn, Halme, Fasern, Blätter, Samen und Haare und tragen sie zum Nistplatz, wo sie mit Speichel zusammengeklebt werden. Durch Körperdrehungen formen sie dann eine Nistmulde, in die 2 - 3 Eier gelegt werden. Die Brutdauer beträgt je nach Wetterlage 18 - 27 Tage. Die Jungen sind Nesthocker, die zwischen 37 und 56 Tage im Nest gefüttert werden. Und die Fütterung geschieht nicht durch Fütterung einzelner Insekten sondern das Futter wird mit Speichel zu kleinen Kugeln in Haselnuss-Größe geformt und den Jungen tief in den Rachen gestopft. Und wohin verschwinden die Mauersegler in der Zeit der Dämmerung? Sie schrauben sich 2 - 3 Kilometer in die Höhe und fliegen dort - schlafend - im Kreis. Es gäbe noch viel mehr zu berichten, denn der ausgezeichnete Vortrag von Achim Kemper enthielt so viel Interessantes, dass man damit einen ganzen Tag füllen könnte.

Das Mauerseglerseminar wurde von der SUE - Stiftung für Umwelt und Entwicklung finanziert.

Text: Christina Wohlfahrt


Waldschnepfen-Exkursion im Herfeld der Wahner Heide

Die Waldschnepfe macht mit ihrem typischen Balzflug, dem sogenannten Schnepfenstrich, auf sich aufmerksam. Um dieses Schauspiel mitzuerleben, haben wir uns abends an der ehemaligen Panzerwaschanlage in der Wahner Heide getroffen. Schon auf dem Parkplatz konnten wir drei Flussregenpfeiffer, die Goldammer und ein Neuntöterpärchen beobachten. Ehe es dann Richtung Herfeld ging. Die Schnepfen sind erfahrungsgemäß ab ca 21.30 Uhr zu sehen. Bis dahin war noch Zeit, und so haben wir eine kleine Runde mit Mönchs- und Dorngrasmücke, Wiesenpieper, Bluthänfling, Schwarzkehlchen und Rohrammer eingelegt. Doch schon gegen 21 Uhr war dann die erste Schnepfe zu sehen, die parallel zu den Leuchtfeuern an der Waldgrenze Richtung Osten flog. Von da an haben wir ca 10 Balzflüge gezählt, mal von einer und mal von mehreren Schnepfen gleichzeitig. Auch das „Puizen“ war deutlich zu hören, während das „Kworzen“, der zweite Ruf der Waldschnepfe, leider nicht zu vernehmen war. Deutlich zu erkennen war der im Flug nach unten gerichtete lange Schnabel und der bauchige Rumpf. Dass zum Schluss noch der Vollmond aufging, war das Sahnehäubchen auf dieser tollen Exkursion.

Obwohl es ja eigentlich eine Waldschnepfen-Exkursion war, haben wir so viele andere Vögel gesehen und gehört, dass wir es zur Erinnerung für alle festhalten wollen:

Waldschnepfe, Wiesen- und Baumpieper, Gold- und Rohrammer, Mönchs- und Dorngrasmücke, Turtel- und Ringeltaube, Amsel, Singdrossel, Grün- und Buntspecht, Flussregenpfeifer, Neuntöter, Schwarzkehlchen, Feld und Heidelerche, Mäusebussard, Mauersegler, Feldschwirl, Graureiher, Eichelhäher, Zilpzalp, Fitis, Bluthänfling, Stieglitz, Buchfink, Kohlmeise, Zaunkönig, Rotkehlchen

Text: Franz lindiger u. Volker Binkmann

Fotos: Franz Lindinger


Kinder lernen Vögel kennen

Foto: Tima Blume
Foto: Tima Blume

Am 1. April fanden sich bei erfreulich stabilem Wetter rund 12 Kinder und 18 Erwachsene um 10 Uhr in Finkens Garten ein, um an unserer ersten diesjährigen Kinderführung teilzunehmen. Nach einer sehr anregenden Präsentation von Franz Lindinger zur Einführung in das Thema "Vögel mit Augen und Ohren erkennen" im sog. Packschuppen ging es in zwei Gruppen durch das Gelände und gute zwanzig Minuten je Gruppe auch in die Vogelbeobachtungshütte. Unsere 12 ausgewählten Vögel ließen sich zwar nicht alle sehen, aber fast alle hören. Und zum Ausgleich hörten bzw. sahen wir zudem Buntspecht, Dompfaff und Sommergoldhähnchen, mit denen wir gar nicht fest gerechnet hatten. Die auffälligsten Sänger waren Rotkehlchen und Mönchsgrasmücken.

Das Highlight des Tages waren für viele Kinder (und Eltern) vermutlich der Waldkauz Waldfried und ein namenloser Grünspecht, die sich in aller Ruhe durch die Spektive bewundern und sogar fotografieren ließen. Einige Kinder werden aber auch die niedliche Maus vor der Beobachtungshütte so schnell nicht vergessen.

Text: Volker Brinkmann, Fotos: Franz Lindinger und Tima Blume


Alles für die Schleiereule

Im vorigen Herbst war eine Schleiereule gegen eine große Glasscheibe in der Amares Kita im Stadtwald geflogen und wurde dort bewußtlos aufgefunden. Gegen Abend war sie wieder so hergestellt, dass sie wegfliegen konnte. Nach Besichtigung der Location war uns klar, dass sich dort die Eule  häufiger aufhält, und dass die hohen Fensterscheiben nicht nur für die Eule eine Gefährdung sind.

Mit einigen Mitgliedern unserer Eulengruppe haben wir jetzt die 12 großen Glasscheiben gegen Vogelschlag beklebt. Auch die Schleiereule hat einen Brutkasten bekommen, den die Kita selbst gebaut hat.

Text u. Bilder: Anne-Marie Kölbach


Praktische Eulenhilfe!

Die Auswertung von unserem Eulenprojekt ergab, dass wir besonders den Steinkäuzen und Schleiereulen im Kölner Gebiet mit Nistkästen helfen müssen.

Deshalb haben wir eine „Eulengruppe“ gebildet, von denen jeder ein Gebiet in Köln betreut. Verschiedene Nistkästen hat uns Udo Gerth gebaut; und in dieser Woche wurden dann die ersten fertigen Steinkauzröhren bei herrlichem Frühlingswetter von uns aufgehängt. 

Es werden noch weitere für diesen kleinen Kauz und auch für die großen Schleiereulen folgen. Wir hoffen, dass die Nistkästen schon in diesem oder in den nächsten Jahren von den Eulen bewohnt werden.

Hier ein paar Bilder von der Aufhängung der Röhren:

Text u. Bilder: A.M. Kölbach


Der Waldkauz ist „Vogel des Jahres 2017“

Bild: Anne-Marie Kölbach
Bild: Anne-Marie Kölbach

Jäger der Nacht

Stellvertretend für alle Eulenarten hat der NABU den Waldkauz zum Vogel des Jahres gewählt. Eulen sind unverzichtbare Bestandteile der Artenvielfalt. Wir sollten alles dafür tun, sie zu schützen. Dabei spielt der Erhalt alter Bäume eine wichtige Rolle.

Wann haben Sie zuletzt in der Nacht eine Eule rufen gehört? Viele Gegenden sind von Eulen verlassen, entweder weil sie keine Bruthöhlen finden oder das Nahrungsangebot nicht mehr ausreicht. Stellvertretend für alle Eulenarten hat der NABU für 2017 den Waldkauz zum Vogel des Jahres gewählt. Mit ihm soll für den Erhalt alter Bäume im Wald oder in Parks geworben werden und eine breite Öffentlichkeit für die Bedürfnisse höhlenbewohnender Tiere sensibilisiert werden. Eulen sind unverzichtbare Bestandteile der Artenvielfalt. Wir sollten alles dafür tun, sie zu schützen, ihre Bestände zu stabilisieren oder gar zu vermehren.

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Hier noch weitere Infos vom Waldkauz
Steckbrief für Waldkauz.pdf
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Frageliste für Vogelbeobachtungen

Dem AK werden immer wieder Fragen zu Vögeln gestellt oder Vogelsichtungen mitgeteilt. Falls Sie uns auch eine Sichtung mitteilen möchten, wäre es prima, Sie würden uns folgende Fragen 

möglichst genau beantworten:

Download
Frageliste für Vogelbeobachtungen
Vogelfragen.pdf
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Kinder entdecken singende Frühlingsboten in Finkens Garten

Gut 60 interessierte Kinder und Eltern (je etwa die Hälfte) kamen am Samstag, 9. April, bei prächtigem Wetter um 10 Uhr in Finkens Garten (Köln-Rodenkirchen), um die häufigsten Vögel zu erleben. Mit einem solchen Andrang hatten wir nicht entfernt gerechnet. Eingeladen hatte der NABU Köln, die Führung leiteten Johanna Kirchner, Franz Lindinger und Volker Brinkmann, alle aus dem Arbeitskreis Ornithologie.
Im Vordergrund sollte der Gesang der Vögel stehen, aber natürlich ging es oft erst einmal darum, Vögel überhaupt zu entdecken und zu erkennen. Und da hatten wir außer der Sonne auch das Glück auf unserer Seite: Wir sahen und/oder hörten Blau- und Kohlmeise, Amsel, Mönchsgrasmücke, Gimpel, Bunt- und Grünspecht, Mäusebussard, Zilpzalp, Buchfink, Sommergoldhähnchen, Heckenbraunelle, Rotkehlchen, Singdrossel, Kleiber, Gartenbaumläufer, Rabenkrähe, Sperber und Zaunkönig. Und das Verblüffende war, dass einige der etwa 4 bis 9 Jahre alten Kinder viele oder gar alle diese Vögel in der Natur oder auf unseren Großfotos erkannten! Da muss uns um unseren Nachwuchs nicht bange sein! 
Alle Kinder konnten zur Erinnerung und "Nachbereitung" eine schöne laminierte Farbtafel mit 12 häufigen Vögeln mitnehmen und ein "Protokollblatt" zum Ankreuzen. Und alle werden auch die gute Laune mitgenommen haben, die von Beginn an spürbar war.
Wer nun neidisch geworden sein sollte, muss das nicht bleiben, denn am 30. April findet die nächste Führung statt: Gleicher Ort, gleiche Zeit, aber andere Menschen und andere Vögel!
Text: Volker Binkmann
Bilder: Franz Lindinger

Steinkauzhilfe

Einige Streuobstwiesen, die der NABU-Köln gepachtet hat, sind zum Teil ein geeignetes Revier für Steinkäuze, die sehr gerne in den Höhlen von alten Obstbäumen brüten. In zwei Wiesen wurden vor einigen Jahren auch noch Nesthilfen in Form von Brutröhren aufgehängt.

Christina und Anne-Marie entdeckten, dass eine Steinkauzröhre beschädigt war und beschlossen, sie zu reparieren.

Udo Gerth, der für das Eulenprojekt schon eine wunderschöne Steinkauzröhre gebaut hatte, half bei der Aktion, indem er eine neue Rückwand zusägte und uns bei der Kletteraktion im strömenden Regen half.

Wir hoffen jetzt sehr, dass die Brutröhre auch angenommen wird.


Kölner Vogeltagebuch

Ornithologen/innen des NABU Köln und der Ornithologischen Arbeitsgruppe (OAG) Köln veröffentlichen hier ihre Beobachtungen zum Vogelleben im Kölner Raum.

Kölner Vogeltagebuch

Die Beobachtungen aus dem Vogeltagebuch 2010 (und aus einigen anderen Quellen) wurden ausgewertet und um ein Artenregister und Fotos ergänzt.

Die Auswertungen zum Vogeltagebuch und zum Kranichflug können als PDF-Dateien heruntergeladen werden.


Vogelkästenbau in der Uniklinik Kindertagesstätte

Beim Gartenfest der Kita am 30.Oktober halfen einige Mitglieder unseres Arbeitskreises beim Bau der Vogelhäuser. Einige Singvögel wurden mit Bildern und Gesang vorgestellt.

Aufmerksam lauschten die kleinen Kinder dem Gesang der Vögel und klebten und hämmerten mit viel Spaß an den Vogelhäusern. Unterstützt wurden wir von Gerd Joeken, der mit den Kindern verschiedene Arten von Vogelfutter zubereitete, das dann auch in den Bäumen aufgehängt wurde.

Hier einige Bilder von der Aktion. Zum Vergrößern aufs Kreuz klicken. Fotos: Franz Lindinger


1.Mai - Portalveranstaltung in Gut Leidenhausen

Wie jedes Jahr war der NABU Köln mit dem Ornithologischen AK beim Portalfest in Gut Leidenhausen vertreten und stellte den Vogel des Jahres - den Habicht - vor.

Der Leiter der Arbeitsgruppe Greifvögel der Nordrhein Westfälischen Ornithologischen Gesellschaft, Jens Brune, hielt einen interessanten Lichtbildvortrag zu diesem Thema.

 

Zu der Rückkehr des Wolfes in NRW zeigte der Wolfexperte Karlheinz Pompe vom NABU Rhein-Berg in unserem Seminarraum eine Ausstellung mit Lichtbildvortrag.

Hier ein paar Bilder vom NABU-Stand:

Bilder: Franz Lindinger