Die Blindschleiche ist Reptil des Jahres 2017

Bild: Frank Derer
Bild: Frank Derer

Wie alle einheimischen Amphibien und Reptilien ist die Blindschleiche zwar besonders geschützt, aber durch fortschreitenden Siedlungs- und Straßenbau vom Verlust ihrer Lebensräume bedroht. Oft zeugen nur die auf Straßen überfahrenen Blindschleichen von den versteckt am Boden lebenden Reptilien.

Die Blindschleiche (Anguis fragilis) ist weder blind, noch eine Schlange, sondern eine beinlose und mit Augen ausgestattete Echse. Ihr irreführender Name ist abgeleitet von dem althochdeutschen Wort „plint“ für blendend und bezieht sich auf den bleiernen Glanz ihres Körpers.
Die anpassungsfähige, aber versteckt lebende Art gilt in Deutschland aktuell als ungefährdet und ist noch fast flächendeckend verbreitet. Allerdings ist über ihre Biologie nur wenig bekannt, und die Bestände scheinen vielerorts zurückzugehen. Obwohl sie zu den häufigsten Kriechtieren Mitteleuropas zählt, ist die Art von allen heimischen Reptilien am wenigsten erforscht. Kenntnisse über die Populationsgrößen und natürliche Bestandsentwicklung, die für einen langfristigen Schutz nötig sind, liegen für die Blindschleiche kaum vor.

Der Feuersalamander war „Lurch des Jahres“ 2016

 

Durch die Wahl des Feuersalamanders (Salamandra salamandra) zum Lurch des Jahres 2016, will man auf die besondere internationale Verantwortung für den Erhalt dieser Art aufmerksam machen, da ein großer Teil der europäischen Population in Deutschland vorkommt.

 

Verbreitung des Feuersalamanders in Europa (entnommen aus Wikipedia)
Verbreitung des Feuersalamanders in Europa (entnommen aus Wikipedia)

Zwar ist das durch sein intensives schwarz-gelbes Rückenmuster auffallende Tier bundesweit nicht gefährdet. Aber ein vor etwa zwei Jahren im Dreiländereck – Holland, Belgien, Deutschland – aufgetretener Hautpilz ist für den Lurch sehr gefährlich. Der Chytridpilz hat in kurzer Zeit ganze Populationen in Holland vernichtet.

 

Wie sieht er aus?

Der leuchtend-gelb gefleckte Feuersalamander ist wegen seines Musters auf der Haut unverkennbar. Die Zeichnung besteht aus einem sehr variablen und intensiven gelb bis orangenfarbigen Streifenmuster. Das Fleckenmuster des Salamanders bleibt ein Leben lang erhalten und ist deshalb ein eindeutiges Wiedererkennungsmerkmal. Sein kräftig gebauter Körper, mit relativ kurzen, stämmigen Gliedmaßen, kann eine Körpergröße von 14 bis 20 Zentimeter erreichen. Charakteristisch sind die deutlich ausgebildeten Ohrendrüsenwülste sowie auf beiden Seiten der Rückenmitte verlaufenden Drüsenöffnungen. Das Drüsensekret ist bei ausgewachsenen Salamandern so giftig, dass durch den Verzehr der Fressfeinde, diese daran sterben können.

 

Wo kommt er vor?

Der Feuersalamander fühlt sich in den feuchten Laub- und Laubmischwäldern der Mittelgebirge mit ihren kühlen Quellbächen und Quelltümpeln am wohlsten.

In der Kölner Bucht ist er in der Flussebene (der Niederterrasse) nicht anzutreffen. Erst in den Bächen, die aus dem Bergischen Land oder dem Kottenforst und der Ville in die rheinische Mittelterrasse fließen, können vereinzelte Vorkommen gefunden werden. Hauptsächlicher Lebensraum in unserer Region ist das Bergische Land und der Kottenforst.

 

Welche Ansprüche hat er und welche Gefährdungen lauern auf ihn?

Für die Fortpflanzung benötigen die Salamander saubere Bäche, schattige Tümpel u. ä. in Laubwaldgebieten. Die Paarung findet im Herbst an Land statt. Die Eier entwickeln sich im Mutterleib bis zum Frühjahr. Dann werden zwischen 20 bis 50 Larven vom Weibchen ins klare Wasser abgesetzt. Diese entwickeln sich innerhalb von etwa zwei bis drei Monaten zu fertigen Salamandern.

Feuersalamander sind in der Regel dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber in der Ruhezeit benötigen sie Verstecke im Totholz, Erdlöcher, Felsspalten und ähnliches. Die Nahrung besteht aus Nacktschnecken, Würmern und Gliederfüßern. Diese genannten Ansprüche werden vor allem durch die Vernichtung ihrer Lebensräume durch die intensive Forstliche Nutzung der Laubmischwälder, wasserbauliche Maßnahmen, Zerschneidung der Biotope durch Straßen und den Besatz der Laichgewässer mit Fischen verursacht.

Die Zahl der natürlichen Prädatoren der adulten Salamander ist gering, da sie durch ihre Hautgifte für die meisten Räuber eher ungenießbar sind. Aber trotzdem können Igel, Dachs Wildschwein, Ratte und verschiedene Schlangenarten für ihn gefährlich werden. Die Feuersalamanderlarven sind deutlich stärker durch Feinde gefährdet als die adulten Tiere. In den Quellbächen sind vor allem Fische, Libellenlarven und Flusskrebse ihre Fressfeinde.

Text und Bild: Klaus Simon                                       Weitere Infos findet man hier

unsere nächsten Veranstaltungen:

Siehe auch auf Veranstaltung

Die Wälder der Nordheide im Herbst, Sonntag, 05.11.2017, 10:00 Uhr

           -----

Lange Nacht im AquariumSamstag, 18.11.2017, 18:00 – 23:00 Uhr

Projekt: Mauerseglerschutz

 

Rundbrief-2017-03.pdf
Adobe Acrobat Dokument 1.2 MB

Frühere Rundbriefe finden Sie hier

NABU Köln Newsletter bestellen/abbestellen

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.

Umweltbüro auf Gut Leidenhausen.

Öffnungszeiten: Montag u. Donnerstag von 10-12 Uhr

BürgerInitiative:

"Grüngürtel für Alle"

Zu unserer Stellungnahme hier...

Ein Beitrag auf WDR 5

Kunstrasen im Grüngürtel?

Mitmach-Aktion Eulen !

Eulen im Kölner Raum.

Mehr Info

Wir sind jetzt auch auf Facebook !

Abgabestellen für Korken Handys!

Neues vom NABU NRW