Arbeitskreis Umweltbildung


Infostände am Wochenende

11.09.2018:   "Der NABU Stadtverband Köln war am vorletzten Wochenende gleich an drei verschiedenen Orten mit einem Infostand vertreten. Am Samstag war der Arbeitskreis Umweltbildung auf dem Klimastraßenfest in Nippes. Dabei warben die Mitglieder des AK Umweltbildung für den Erhalt von Streuobstwiesen und den Kauf regional angebauter Äpfel. Kinder konnten an einem kleinen Tisch Bilder von Tieren ausmalen und auf eine Streuobstwiese kleben. Dabei wurde deutlich, wie artenreich die Streuobstwiese ist: Siebenschläfer, Zwergfledermäuse, Gartenbaumläufer und Kreuzspinnen fanden einen Platz auf dem großen Bild der Streuobstwiese (siehe Foto). Die indirekten Emissionen, die aus dem Transport eines Kilogramms Äpfel resultieren verdeutlichten Sandsäcke: Während ein Transport per LKW aus Nordfrankreich „nur“ CO2-Emissionen von 110 g verursacht, kommt das gleiche Kilo Äpfel, wenn es aus Chile importiert wird auf die stolze Zahl von 12.300 g CO2 (12,3 kg). Viele anregende Gespräche auf dem Klimastraßenfest zeigten, dass das Thema der regionalen Lebensmittel ernst genommen wird.

Am Sonntag war der NABU dann auf dem Ehrenamtstag der Stadt Köln auf dem Heumarkt zu finden. Neben allgemeinen Infos zu den Arbeiten und den Projekten des NABU konnten sich Besucher ganz speziell zu Fledermäusen, Mauersegler und Wildbienen informieren. Neben Nisthilfen für Mauersegler und Wildbienen hatte der NABU auch ein Quiz zu den Arten vorbereitet und kundige Besucher versuchten sich an den doch nicht so leichten Fragen. Nach der Begrüßung von Frau Reker auf der großen Bühne auf dem Heumarkt wurde der Ehrenamtspreis der Stadt Köln 2018 verliehen, u.a. an den Naturkundler Manfred Hebborn. Wir gratulieren ganz herzlich."

An dem sehr gut besuchten "Tag der offenen Tür" in Finkens Garten war der AK Ornithologie bei bestem Wetter und mit Unterstützung von Vorstand Horst Bertram mit einem Infostand und einem Vogelquiz vertreten. Das gar nicht so leicht zu lösende Quiz, bei dem es um die Bestimmung von 12 häufigen Gartenvögeln ging, richtete sich an Jung und Alt. Und führte es anfänglich noch zu einigem Stirnrunzeln, war gerade den jüngeren Besuchern die anschließende Freude über richtige Antworten anzumerken. Wir hatten außerdem ein Spektiv aufgebaut, damit die Besucher Walburga, die Waldkäuzin, die auf dem Gelände in einem Kamin wohnt, bewundern konnten. Alles fand großen Anklang und besonders der Anblick der Eule ließ Kinder- und Erwachsenenaugen leuchten. Und wir hoffen, vielen Besuchern unsere Vogelwelt so ein wenig nähergebracht zu haben.


Streuobstwiesen sind wichtig ...

... das ist im Naturschutz sicher keine neue Erkenntnis, sie will aber auch umgesetzt werden. Denn Streuobstwiesen sind nicht einfach nur ein paar Obstbäume auf eine Wiese gestellt. Eine Streuobstwiese ist vor allem eine Lebensgemeinschaft von Pflanzen und Tieren, aber auch der Mensch ist daran beteiligt. Sie stellt einen typischen Bestandteil unserer klassischen Kulturlandschaft dar, die auch der Natur ihren Raum gibt und damit können tausende von Arten hier ihren Lebensraum finden. Der Mensch verwertet das Obst in vielfacher Weise, erhält sich die Sortenvielfalt unserer Obstbäume für die verschiedensten Zwecke und schafft durch die fachgerechte Pflege von Wiese und Bäumen die Voraussetzung für die intakte Lebensgemeinschaft. Durch vernünftige Pflege der Wiese ergibt sich eine natürliche, lückige Pflanzenvielfalt, die die Lebensgrundlage für Bodenlebewesen, Insekten und Kleinsäuger bildet. Die Obstbäume selbst bieten mit ihren Blüten, Blättern und Früchten vielen weiteren Lebewesen einen geeigneten Lebensraum. Wird die Wiese durch Hecken und Steinmauern umfriedet, vergrößern sich die Möglichkeiten noch weiter. Auch das Totholz in verschiedenen Erscheinungsformen liefert einen weiteren, wertvollen Beitrag. Insgesamt wird die Lebensgemeinschaft ergänzt durch Großsäuger, Vögel und weitere Pflanzen. 

Leider ist die frühere, naturnahe Landwirtschaft in der Regel wirtschaftlich nicht mehr konkurenzfähig und deshalb ist ein Rückgang bzw. ein Verfall durch Nichtpflege bei den Streuobstwiesen zu beobachten. Der NABU Stadtverband Köln leistet deshalb einen Beitrag zum Erhalt dieser Streuobstwiesen. Dies geschieht durch praktische Pflege und Weiterentwicklung unserer Obstwiese, aber auch durch Aktionen, die anderen Menschen den Wert vermitteln, die eine derartige Wiese, der Obstertrag mit seinen Folgeprodukten und die vielfältige Naturerfahrung hat.

Daß dabei die Freude und der Spaß an der Sache nicht zu kurz kommt, zeigen die beiden folgenden Beispiele.

Im September 2017 fand zum wiederholten Mal ein Freiwilligentag der Firma Capgemini statt. Der Sinn des Tages ist, den NABU bei seinen Naturaktivitäten durch das Engagement von Firmenmitgliedern zu unterstützen. Dieses geschah in den vergangenen Jahren in Form von Nistkastenreinigungen und Mähaktionen. Dieses Jahr sollte es eine Aktion sein, die auch für die ganze Familie der Helfer ein Erlebnis werden sollte. Deshalb wurde mit Unterstützung des Arbeitskreises Umweltbildung ein vielfältiges Programm umgesetzt. Zuerst wurde mit dem Freischneider gemäht, da die Wiese dringend einen Schnitt brauchte. Daneben konnten Wagemutige einen Sensenkurs bei Volker Unterladstetter erhalten und die neue Erfahrung danach mit der Handsense auf der Wiese ausprobieren. So wurde langsam aber stetig ein Quadratmeter nach dem anderen abgemäht. Parallel wurde Obst geerntet, um dieses danach zu versaften. Dazu mußten die Äpfel mit Hilfe von Leitern oder einer 3m langen Greifzange vom Baum geholt werden. Dann wurden sie grob zerkleinert, was mit einer handbetriebenen Mühle erfolgte. Dann konnte die Presse befüllt werden und kurz danach floß der frische Saft in einen Eimer, um danach in ein Faß umgefüllt zu werden.

Arbeiten in der Natur macht sicher von sich aus Spaß, die Geselligkeit und das leibliche Wohl kamen aber auch nicht zu kurz. So gab es leckeres vom Grill, ergänzt mit Beilagen, Getränken und vor allem frischen Saft! Im Ergebnis wurde nicht nur die Obstwiese gepflegt, es wurde auch die Begeisterung für Steuobstwiesen und deren Nutzen geweckt.

Im Oktober besuchte der AK Umweltbildung dann die Gesamtschule Holweide, um die Schüler, wie schon im letzten Jahr, bei der Ernte ihrer schuleigenen Streuobstwiese zu unterstützen. Ziel war es, jungen Menschen im Rahmen der Apfelernte und -versaftung die Bedeutung von Streuobstwiesen für Natur und Mensch näher zu bringen.

Die Schüler mussten in diesem Jahr leider feststellen, dass sich eine natürliche Streuobstwiese nicht immer an die Pläne des Menschen hält: Die Ernte war sehr klein ausgefallen, wahrscheinlich bedingt durch späten Frost im Frühjahr, der die Apfelblüten schädigte. Dazu kamen noch etwas übereifrige Mitmenschen, die sich bereits großzügig an den spärlich behangenen Bäumen bedient hatten. Dank der ausgesprochen fleißigen Apfelpflücker, kamen aber doch noch ein paar Kilo Äpfel zusammen. Diese wurden zuerst von den Schülern klein gehäckselt und dann mittels Presse zu Apfelsaft verarbeitet. Den durften sie dann auch sofort probieren und stellten fest, dass der frische Saft ganz anders schmeckt als der aus dem Supermarkt. Außerdem schmeckt Saft von unterschiedlichen Bäumen eben auch verschieden; mal sehr süß; mal etwas saurer, aber immer lecker.

Diese Vielfalt an unterschiedlichen Geschmäckern ist aber nicht der einzige Nutzen der Streuobstwiese: Die Schüler lernten die ökologische Bedeutung der Streuobstwiesen als wichtigen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten kennen und konnten zum Abschluss in Rätseln ihr Wissen über die Artenvielfalt der Streuobstwiesenbewohner testen. Die Aktion war für alle beteiligten, trotz der geringen Ernte, ein voller Erfolg und wird im nächsten Jahr mit Sicherheit wiederholt; dann hoffentlich mit üppigerer Ausbeute.

Wer weitere Informationen zu unseren Streuobstaktivitäten haben will, kann sich bei der Geschäftsstelle melden oder uns eine Mail schicken (streuobst@nabu-koeln.de).

Text und Bilder: Hannes Dittberner/Axel Goldmann


Ziele des Arbeitskreises

Nachhaltiges Wirtschaften mit saisonalen und regionalen Nahrungsmitteln und Vermittlung dieses Wissens an Schulen ist das Motto des Arbeitskreises.

Der neue AK, v.l.n.r. Andreas Witt, Udo Färber, Maren Niehues, Susanne Mickel. Bild: Axel Goldmann
Der neue AK, v.l.n.r. Andreas Witt, Udo Färber, Maren Niehues, Susanne Mickel. Bild: Axel Goldmann

Im ersten Projekt befaßt sich der AK mit der Herstellung von Apfelsaft. Langfristig kommen auch andere landwirtschaftliche Produkte in Frage. Mit einer Schulklasse (oder Bio-AG einer Schule) werden an ein bis zwei Nachmittagen im Herbst Äpfel aufgelesen, gewaschen und anschließend gekeltert. Als fertiges Produkt entsteht ein Rohapfelsaft, der dann noch pasteurisiert wird.

Ausgehend vom haptischen Erlebnis der Apfellese werden im Anschluss Aspekte des Natur- und

Umweltschutzes thematisiert, darunter:

  • Die Bedeutung von Streuobstwiesen als Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen
  • Der Vorteil regionaler Produkte gegenüber aus der Ferne importierten (Stichpunkt CO2-Bilanz von Lebensmitteln)
  • Wertschätzung von Lebensmitteln, Vermeidung des Wegwerfens von Lebensmitteln.

Treffen:

Naturfreundehaus Kalk, Kapellenstraße 9a, 51103 Köln-Kalk jeder 2. und 4. Montag im Monat, 19:00 bis 20:00 Uhr

Interessierte bitte vorher über das Kontaktformular anmelden!


Umweltbildung am Tag des guten Lebens in Deutz

NABU Stand am Tag des Guten Lebens (links Vanessa Twer, daneben Jana Ranft)
NABU Stand am Tag des Guten Lebens (links Vanessa Twer, daneben Jana Ranft)

Die Straße von den Autos zurückerobern * geht das? Am 18. Juni wurden in Köln-Deutz zumindest einen Tag lang die Straßen für den Autoverkehr gesperrt und von den Bürgerinnen und Bürgern vielfältig zum Spielen, Musizieren, Essen und Diskutieren genutzt.

In allen Straßen und Hinterhöfen zeigten Nachbarschaftsinitiativen, Menschrechts- und Umweltgruppen Flagge für ein nachhaltigeres Leben.
Da durfte der NABU Arbeitskreis Umweltbildung natürlich nicht fehlen. Mit einem Stand zum Thema *rund um den Apfel" warben die AK-Mitglieder für den Verzehr regionaler Produkte und den Erhalt von Streuobstwiesen.

CO2- Säcke (von links nach rechts): Chile (mit Flugzeug), Chile (mit Schiff), Südafrika (mit Schiff), Nordfrankreich (mit LKW).
Sandsäcke mit abgewogenen Gewichten verdeutlichten die indirekten CO2-Emissionen, die aus dem Transport von einem Kilogramm Äpfeln resultieren.
So entstehen bei einem Transport von einem kg Äpfeln aus Nordfrankreich mit dem LKW 110 g CO2, eingeflogene Äpfel aus Chile schlagen jedoch bereits mit 12.300 g zu Buche.
Kinder konnten im Rahmen einer Malaktion Informationen über die Artenvielfalt der Streuobstwiese sammeln und ihre Bilder selber aufkleben.

Text: AK Umweltbildung, Bilder: Andreas Witt